Be.ziehungen

Wie bezieht sich ein Hochsensibler Mensch in einer Partnerschaft auf den anderen?!

Ob hochbegabt und/oder hochsensibel als Frau oder Mann – es gibt ähnliche, andere und neue Herausforderungen für persönliche, nahe & intime Beziehungen.

Partnerschaften im Berufsleben sowie Freundschaften haben oft ganz andere Inhalte:

Durch die hohe Analysefähigkeit von hochbegabten Menschen werden Situationen in ihren klaren ebenso wie verworrenen Situationen instinktiv erfasst, bewertet und geführt.
Hochsensible Menschen sind in ihrer Detaillreichen Wahrnehmung oft viel zu nah beim Partner und damit in Situationen verwoben, die sich nichts angehen. Gesunde Grenzen zu ziehen ist dann eine Aufgabe des hochempathisch (mitfühlenden) Menschen ohne sich zu vernachlässigen, Werte und Konflikte des Partners unerkannt oder ungeachtet zu lassen – aber eben vertrauensvoll und eigenverantwortlich in dessen Hände (dass er/sie die Herausforderungen erkennt und die Lösung angeht).

Es kann sein, dass Beziehungen zwischen hochbegabten und hochsensiblen Menschen und einem Partner, der natürlicher Weise weniger in diesen Hochleistungsfrequenzen lebt, sehr sinnvoll, liebevoll und bewusst sein können. Diese Beziehungen, die auch in der Einfachheit einer Entscheidungsumsetzung mal schneller funktionieren können oder eben auch langsamer, brauchen die gegenseitige Achtung und Wertschätzung, das Wohlwollen sowie den Respekt das „Fremde“, die Andersartigkeit & Besonderheit immer wieder neu in das Alltagsleben zu integrieren.

Unterlegensheits-, Mangelgefühle ebenso wie Überlegenheitsgefühle wirken tödlich für jede Art von Beziehung! Oft kommen die „Normalos“, die die weniger zum Denken und Fühlen neigen, in starke Aggressions- und Unterdrückungsverhaltensweisen, weil sie sich überfordert fühlen von dem hohen Level oder „Kleingemacht“ und kompensieren diese Einschätzung oder projezieren das ihnen fehlende Talent in bestimmten Bereichen auf dem Weg die Unfähigkeit des Hochbegabten/Hochsensiblen zu suchen und zu finden – der Sterbeprozess der Partnerschaft ist eingeleitet.

Verständlicherweise geraten Hochsensibilität und Narzissmus als gegensetzliche Komponenten in Kontakt – Co-Abhängigkeit wird so implementiert als Manipulation und einer Bedürftigkeit, die beim Narzissten versteckt oder offen liegt. Muster von Emotionaler Erpressung wie Erniedrigung und Ausbeutung liegen hier vor – äusserste Gefahr für Hochbegabte/Hochsensible!

Ist erst mal für den Hochbegabten/Hochsensiblen der Vertrauensbruch, die mangelnde Wertschätzung klar fühlbar und erkannt, gibt es auf dem Weg zu einer gelungenen Beziehung viel Arbeit für denjenigen, der das Misstrauen, den Mangel an Bewusstsein trägt. Es ist ein erhebliche Verletzung entstanden oder das Guthaben auf dem „Paar-Konto“ so erheblich gemildert, dass es viel Zeit braucht das Guthaben und Vertrauen wieder aufzubauen.

Es kann manches nur eimal auftauchen, um den Codex einer Beziehung auch zu klären; dennoch kann aus der Erfahrungswelt des Hochbegabten/Hochsensiblen auch dann absolut Schluss sein, weil die wertschätzende Kompetenz des Partners zu gering ist.

Hochbegabte/Hochsensible Menschen blühen in einer wohlwollenden Atmosphäre; frei von Ressantiments (Vorurteilen). Sie „funktionieren“ alles andere als in Rollenspielen und Erwartungshaltungen; sie können dann still und auch laut rebellieren und auf die Missstände glasklar hinweisen. Sie unterscheiden Konditionierungsversuche als manipulative Eingriffe gegenüber freien, ehrlichen und vertrauensvollen Entwicklungsräumen.

Misantropen, Narzissten, Borderliner und menschenverachtende Verhaltensweisen haben aufgrund entweder ihrer hohen Intelligenz & Rationalität oder ihrer hohen Empathie und Ethik alles andere als Platz in deren Leben – die Wege trennen sich oder sind geduldete oder mühsam ertragene Arrangements – Zweckbündnisse- die zu baldigsten Zeit erst innerlich und dann äusserlich gekündigt werden.

Das gilt auch für Kinder oder eben von Kindesbeinen an!

Kinder verlassen dann fluchtartig das Elternhaus, die Mutter, den Vater, weil sie in „mentaler, emotionaler, körperlicher oder auch sexueller Bedürftigkeit“ die Giftigkeit und Ungesundheit erkennen. Es kann sein dass sie eben solange bleiben wie sie können – gefühlt müssen- um Defizite der Eltern oder eines Elternteils abzufangen bis sie an den Punkt der Selbstaufgabe kommen und dann fällt spätestens er Schalter zu gesunder Selbstfürsorge oder es muss ein Aufmerksames Umfeld geben, dass Missbrauch dieser Kinder und Menschen erkennt und sie dann auch dahingehend unterstützt. Auch bevor die inneren Auseinandersetzungen über die Richtigkeit dieses Schrittes sie krank macht und lähmt. Allerdings gehen diese Schritt aus empfundener und tatsächlicher Freiheitsberaubung, auch im Alleingang!

Das spiegelt sich in Partnerschaften:

  • positiv: Offene Haltung für Neues, weitere Öffnung und Integration des Positiven, Partnerschaftsentwicklung, Co-Creativität
  • negativ: Duldung von Verhaltensweisen anderer Menschen in klarem Bewusstsein, dass hier „Schrott“ produziert wird. Ablösung in Stille bis zur Umsetzung einer vollständigen Trennung. Adatives Denken fördert dann neues Verhalten (negativer Lernstoff wir analysiert oder intuitiv – empathisch verstoffwechselt, neu bewertet)

Nicht der Pfarrer wird beispielsweise geachtet aufgrund seiner beruflichen, instiutionellen Funktion, sondern weil er ein aufgeschlossener, bildungsaktiver, humanistisch gebildeter Mensch, Philosoph und seelsorgerischer Ansprechpartner ist. Verkörpert er diese Inhalte nicht, ist auch von Seiten eines Hochbegabten/Hochsensiblen alles andere als Respekt zu erwarten, ausser dass es sich hier um die Begegnung mit einem Mensch handelt. Ist selbst diese Niveau nicht mehr zu erkennen, erfolgt die umfassende Abwendung von diesen Menschen. (Anmerkung: das ist ein natürlicher Akt von Selbstliebe & Selbstwertschätzung oder Selbstfürsorge und damit alles andere als ein arrogantes Verhalten)

Würde nicht Stolz ist für Hochbegabte/Hochsensible ganz wichtig! Tratsch und Voyeurismus sind Ausdruck falscher Nähe, sind dumpf-plumbe und übergriffige Verhaltensweisen, die sie vertreiben und Kontakt unmöglich machen.

Von Kindesbeinen an sind Instinkte/Intuitionen für Wahrheit, Teilwahrheiten, Unwahrheiten bis Lügen klare Ratgeber. So stehen Bekanntschaften, Phasen der Prüfung auf Freundschaften bis hin zur monogamen Partnerschaft immer in einem Spannungsbogen von Offenheit und möglicher, wachsender Nähe bishin zum Abbruch des Kontaktes, in der Folge von endgültiger Trennung.

Wie funktioniert nun eine gute Beziehung & Partnerschaft?

Generelle Grundlage für gute, glückliche und erfüllte Beziehungen & Partnerschaften bieten die Fähigkeiten, die sich auf den Begriff „Soft Skills “ beziehen. Oft werden genau diese Talente aus dem Beruflichen Bereich nicht auf den privaten Bereich übertragen – mit grosser auch negativer Auswirkung in partnerschaftlichen-familiären Kommunikation und Verhaltensweisen.

  1. Ein Hochbegabter/Hochsensibler braucht immer wieder Zeit mit sich selbst.
  2. Nachdenken, analysieren und empathisch fühlen in einem inneren Raum sind für Selbstsicherheit über das, was die reale Situation ist wichtig. Das ist eine Art von Mediation, dient zugleich aber auch dazu, Erlebtes zu zuordnen und zu verstoffwechslen oder auszusortieren. Das ist zugleich eine Phase der Resilienz (Selbstheilung). dieser Prozess kann beim Malen, Musik hören, Schreiben. Sandern, Schwimmen, Tanzen und Kuh-Melken sein; also überall da wo „Innere Stille“ möglich ist.
  3. Nähe & gemeinsame Zeit in Form von gemeinsamen Erlebnissen für eine gesunde, natürliche Verbindung sind wichtig; genauso wie gesunde Distanz.
  4. Eigenen Freundeskreis pflegen – mit wem kann ich was unternehmen; in individuell kleineren Gruppen oder in größeren. DEINE Freunde oder DEIN Partner ist nicht allein zuständig für das Gelingen einer Begegnung. Es sind immer beide für das Gelingen und Scheitern verantwortlich.
  5. Eigene Hobbies und Interessen, eigenen Berufungen & Beruf immer auch Raum geben; sonst zieht neben Erlebnislosigkeit auch Langeweile und Sprachlosigkeit ein. Insipiration, ein wacher Geist ist eine wache Seele und ein wacher, lebendiger Mensch.
  6. Co-Creativität ist sich wertschätzend ergänzen; Fürsorglichkeit, Achtsamkeit, Lebendigkeit, Bedürfnisse erkennen und benennen ohne Bedürftigkeit (Abwertung von Gefühlen und Ideen)zu erzeugen. Ein „Nein“ ist wie ein „Ja“ erlaubt und wegweisend.
  7. Sich bewusst sein, dass jede Beziehung mit einem Hochbegabten/Hochsensiblen intensiv, facettenreich & komplex ist:von Schnelligkeit zu Langsamkeit wechselnd, positiver Aufgeschlossenheit und Neugier bis hin zu innerer Verschlossenheit oder Ruhe.
  8. Zu wissen, dass Unruhe in den Phasen von Projektentwicklungen aufgrund des Anspruches an Perfektion, inneren Entwicklungen, Persönlichkeitsentwicklung kommen und Übergangphasen mit Ungeduld behaftet sind.
  9. Erhöhte Reizbarkeit führt aufgrund des filigranen Nervensystems auch zu Überforderungen, evtl. zu Aggressivität und schneller Entladung (wenn mann/frau das von sich weiss, eben auch dazu den anderen stehen zu lassen, um später in einer gewaltfreieren Kommunikation das Thema zu besprechen). Oder führt zu Müdigkeit um den Stress abzubauen oder auch bei Speicherung zu Trägheit und Übergewicht.
  10. Aufgrund einer anderen Hypophysen-Hypothalamus-Nebennieren Achse ist das Essverhalten, Ruhe- und aktivitätsbedürfnis auch individuell.
  11. Es gibt Extrovertiertierte Bereiche & Phasen, sehr viel Kommunikationsfähigkeit und Kontaktfreude, die mit Themen zu tun haben, für die Interesse besteht, Lernbereitschaft und Engagement bis Leidenschaft. Neben Introvertierten Bereichen & Phasen, die in Stille abgegrenzt und geschützt werden ähnlich der Phasen einer Schwangerschaft; diese Phasen verlaufen allerdings individuell, kürzer oder wesentlich länger.
  12. Wohlwollende Atmosphäre führen zum Vertrauen, Geborgenheit, intimer Nähe und Offenheit – zwischenmenschliche Räume von gemeinsamer Resilienz.
  13. Wohlfühl-Räume müssen auch farblich, von den Stoffen, Möbeln, Accesoires passen und auch einer Ästhetik entsprechen. Das kann im Wohnstil von Japanischer Einfachheit genauso passen wie in einem Mexikanischen, Indischen, Französischen oder Italienischen Stil, aber nicht in geschmacklosen Anordnungen. Es besteht ein Unterschied zwischen gesundem, lebendigen Chaos und Unordnung. Romantik & Kitsch können neben klaren & nüchternen Linien existieren.

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