Liebe & Beziehung

Gerade hochsensible Frauen und Männer spüren sofort das inkongruente Verhalten ihres Gegenübers und sind dann schneller weg oder geben daher dem anderen gar keine Chance – zu Recht.

Hält dieser neue Mann, diese neue Frau überhaupt das was er verspricht, vorgibt zu sein? Die Folge ist dann, dass dieser Mensch sich sehr verbergen muss, dann MInderwertigkeit empfindet und sein Gegenüber herabsetzt, weil er/sie ein schwaches Selbstbewusstsein hat. Und für Hochsensible zählen Ehrlichkeit, Authentizität, das Wissen über eigene Stärken und Schwächen.

Je wohler sich ein Mensch in der Partnerschaft – der Zeit, die gemeinsam verbracht wird – fühlt, desto freier ist diese Partnerschaft. Es fehlen Projektionen, die Erwartung/Forderung sich verändern zu müssen oder auch Erwartungsdruck „sich geliebt zu fühlen“, weil es eine bedingungsgebundene Beziehung ist.

Letztlich sind Hochsensible schon immer auf eine bestimmte Art und Weise erwachsen aufgrund ihrer vielfältigen Reflektions- und Wahrnehmungsfähigkeit. Der gesunde, kindlich-naive Teil lässt sie manchmal als „Spätzünder“ und extrem langsam erscheinen. Natürliche Weise sind sie mit sich mehr verbunden oder im „Einklang“, was auch mit „Selbstgenügsamkeit“ gleichzusetzen ist. Alleinsein ist eine Chance im generell im Alltag und in Beziehungen – auch mit Freunden oder Familie.

Bedingungsgebunde Liebe – ein Wiederspruch in sich selbst! Doch wir kennen wir das seit Kindertagen, in denen das Folgen auf Anordnungen und Komandos unserer Eltern uns liebevolle Aufmerksamkeit bringt – und das sitzt tief als Erfahrung. Genau diese Erfahrungen machen, was letztlich die Liebesbeziehung und die Leidenschaft, den spielerischen Umgang, Offenheit & Nähe sowie Intimität & Erotik, die natürliche Akzeptanz und Wertschätzung des Anders- und Fremdsein deines Partners zerstört. Damit ist die Beziehung tot und zu Ende! Ausser die beiden Beteiligten sind erwachsen und schauen sich die Verantwortung für dieses Ende vorbehaltlos für sich selbst an und beschliessen sich bzw. ihr Verhalten, ihre Ansichten und Glaubenssätze oder Erfahrungsgrundstätze zu verändern sowie in der Folge diese Situation.

Es kann auch sein, dass einer alleine diese Schritte tun muss, das Ende konkret erhalten bleibt, weil der andere Beteiligte dieses Ziel der Veränderung nicht hat.

Hochsensible Menschen sind ehrlich, seismisch und spüren die Unwahrheit, die Tarnung und „Falschheit“ der Situation – auch eine Unbewusstheit mindestens eines Menschen, der an einer Situation beteiligt ist – ebenso wie die anderer Menschen, was für sie nun ein absolutes No-go ist. Selbst wenn sie in ihren Herkunftsfamilien dramatische-traumatische Situationen erlebt haben (können) und damit viel ihrer Lernfähigkeit und vielfältigen Begabung im Alltag entwickeln mussten um vom Überleben ins Leben zu kommen.

Deshalb ist es für Hochsensible unausweichlich ihrer Intuition zu trauen und zu folgen!
Wichtig ist hier auch Trauer, Wut, oder Scham und Schuldthemen genau anzusehen – sind das die wirklich eigene Gefühle oder die Gefühle und Gedanken, die du aus der beendeten Verbindung mitnimmst. Dann ist ein Prozess der Klärung enorm wichtig und es ist notwendig, dass der Hochsensible sich dafür Zeit nimmt, das in der Beziehung/Gruppe erfahrene oder gelernte zu sortieren und die wichtigen Teile zu integrieren.

Dieser beschriebene Prozess der Verarbeitung ist wichtig und gestaltet in dem Bewusstsein eigenverantwortlich für den Erfolg von menschlichen Beziehungen – wirklich erwachsen und mit Mitgefühl – einzustehen… denn „DU (ICH) bin verantwortlich für die Beziehung, die Kommunikation, das kognitive Verhalten (bestimmt durch unbewusste und bewusste Verhaltensweisen)“.

In dieser Konsequenz bist DU/bin ICH dafür verantwortlich veraltete, belastende und einschränkende Verhaltensmuster zu verabschieden und dafür auch etwas zu tun (einen Coach zu finden, eine/n gute/n FreundIn, eine gute Lösung).

Dabei geht es dann auch um Ziele, Wünsche, Bedürfnisse und Bedürfigkeiten -generell unterdrückte, tabuisierte Wünsche, Erfahrungen oder eben auch aus Rollenverhalten oder eben partnerschaftliche Anforderungen und Ausblendungen.Als hochsensible Frau, als hochsensibler Mann, als hochsensible Kind, spüre ich die Erwartungen, Grundsätze, Schmerzen und Verletztheiten des Partners und muss sorgsam für mich eine Grenze ziehen, um im gesunden Abstand eigenständig zu bleiben, dennoch mit dem Mitgefühl, dass der andere gerade leidet, wütend oder enttäuscht ist ohne die Verantwortung für seine/ihre Herausforderung zu übernehmen. Wenn es gewünscht ist, dann kann ich gesprächs- und handlungsbereit sein frei von einem Helfer-Syndrom, dass evtl. daran gekoppelt ist, dann mehr wertgeschätzt zu sein.

Mein Partner / meine Partnerin ist ebenbürtig – wenn dieser Satz unwahr ist, dann ist etwas in der Beziehung, im Verhalten unklar und in der Konsequnez zu entscheiden, ob nur die Situation so ist oder eben tatsächlich der vermeindliche Parnter eben alles andere als ebenbürtig.

Es ist eine wesentlich bessere Atmosphäre alleine zu leben für einen hochsensiblen Menschen als in „giftigen Atmosphären“ wir sind ausgeglichener, zufriedenener, harmonischer, leistungsbereit & effektiv-innovativ im Einklang mit uns selbst als mit Partnern, die unreflektiert und unerwachsen-projezierend, leidverstrickt leben wollen.

Deshalb ist die Entscheidung langsam in Beziehungen zu gehen oder sie dann sehr klar & schnell (wegen Potentiallosigkeit durch den vermeindlichen Partner) zu beenden, sehr oft der glücklicherer Weg für hochsensible Frauen & Männer. Sie sind generell mit ihren Sinnen in einer Beziehung & wollen das auch sein. Damit ist eine gefühlte „Amputation der Sinne“ zugunsten von Zugehörigkeit für sie lebensbedrohlich und daher intuitiv zu erfassen, um klar in der eigenen Handlungsweise zu sein.

Einen solchen Preis zu bezahlen ist „stiefschwesterlich, stiefmütterlich oder stiefväterlich“ sich-selbst-verleugnend fatal und fast unlebbar, weil es Freiheit von Liebe in einen minimal, kleinen Raum zwängt, in dem nichts wachsen kann wie Vertrauen, Gemeinsamkeit, natürliche Eigenwilligkeit & Besonderheit.

Hier kommen Hochsensible auch mit kollektiven, sozialen, gesellschaftlichen sowie religiösen und regionalen bis internationalen Ideen/Informationen in Kontakt und müssen diese ggf. sortieren wie die „Spreu vom Weizen“ , um sich und eigenen Wünschen und Zielen im Bereich von Partnerschaft, Freundschaft und Bekanntschaft treu zu sein und zu unterscheiden. Das geht am besten in einer „Atmosphäre des Wohlwollens“ (Atmosphere of fit or goodness“)


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