Mediation & Hochsensibilität

Löwenzahn durchbricht harte Erde; hat Wurzeln und alles was er braucht!

Mediation & Hochsensibilität –

Abschlussarbeit zur „Zertifizierten Mediatorin“

The trail does not teach you

who you are

It can just teach you

 to accept who you are! – (Leitspruch der Thruhiker)

Prolog – Es geht um Sprache & Verständnis

Die Geschichte von Kalif Storch von Wilhelm Hauff (Kurzversion)

„Der Kalif Chasid zu Bagdad und sein  Effendi (Großwesir) Mansor kaufen von einem Krämer in Pulver, mit dem sie sich in Tiere verwandeln und deren Stimmen verstehen können.

Allerdings verstoßen die beiden gegen die Auflage, nicht lachen zu dürfen. Sie müssen Störche bleiben, weil sie durch das Lachen den Zauberspruch vergessen haben, der sie wieder in Menschen zurückverwandelt hätte: „mutabor“ (lateinisch: „ich werde mich verwandeln“).

Der Kalif bemerkt dann, dass sie auf seinen alten Feind, den Zauberer Kaschnur, hereingefallen sind, als dessen Sohn die Herrschaft des Kalifen unter dem Vorwand übernimmt, dass dieser gestorben wäre. Daraufhin begeben die zwei Verwandelten sich auf eine Reise, auf der sie die Eule Lusa kennenlernen und sich mit ihr verbünden. Diese gibt sich als eine ebenfalls vom Zauberer verwunschene Prinzessin zu erkennen, die nur durch ein Heiratsversprechen wieder in ihre menschliche Gestalt zurückverwandelt werden könne. Unter der Voraussetzung, dass einer der beiden – trotz ihrer Gestalt als hässliche Eule – um ihre Hand anhalten muss, zeigt sie den beiden den geheimen Treffpunkt des Zauberers und seiner Verbündeten. Dort berichten die Anwesenden von ihren Untaten, und die beiden Störche können das benötigte Zauberwort in Erfahrung bringen, ohne bemerkt zu werden.

Endlich wieder in menschlicher Gestalt, kehren der Kalif und seine zwei Begleiter nach Bagdad zurück, wo der illegitim als Kalif amtierende Sohn des Zauberers vom Thron gestürzt und nun seinerseits in einen Storch verzaubert wird. Der Zauberer wird gehängt, und Chasid ist wieder Kalif von Bagdad. Lusa, die sich bei ihrer Rückverwandlung als ausgesprochen schöne Frau erweist, bleibt an seiner Seite.“ ( de.wikipedia.org/wiki/Die Geschichte von Kalif Storch)

Die Geschichte beschreibt wie Menschen sich unter Einflüssen, Prägungen und Aussagen („Einflüsterungen“) verändern oder sich auch treu bleiben und damit ihren Charakter sowie ihre Handlungen im positiven wie negativen selbst auch erkennen (Fähigkeit zur Reflexion).

Neugierde, das Wissen wollen wie die Lösung gefunden wird und funktioniert, ist dann die Wandlung des aktiven „mutabor“ und ein Prozess, der das Alltagsleben von hochsensiblen &hochbegabten Menschen kurz und knapp erfasst.

Da die Mediation auch einen Raum zur Wandlung, Erkenntnis, tiefem Verständnis und positiver Lösung anbietet in der Verbindung, dass Kommunikation – verbal und nonverbal – permanent stattfindet, schaffen die Fähigkeiten hochsensibler & hochbegabte Menschen die Basis für eine schnellere und effiziente Lösung auch in Konflikten.

  1. Was ist Hochsensibilität & Hochbegabung?

Hochbegabung oder Intelligenz hat mehrere wichtige Bausteine, die sich wie folgt unterteilen lassen; aufgrund der „Theorie der multiplen Intelligenzen“ von Howard Gardner:

  • Intellektuelle Intelligenz: Logik & Mathematik, Kognitivität, Analytik & Sprachlich-Linguistische Intelligenz (number smart – word smart – picture smart)
  • Emotionale Intelligenz: Sensitivität, Sensibilität, hohe Sensorik (nature smart – music smart – body smart – picture smart – word smart – self smart)
  • Soziale & Interpersonelle Intelligenz : Empathie bis Telepathie (people smart – nature smart – body smart – self smart)
  • Intrapersonale Intelligenz (self smart – music smart – body smart – picture smart); körperlich-kinästhetische Intelligenz, Bildlich-Räumliche Intelligenz, Musikalisch-Rhythmische Intelligenz.

Hochsensibilität oder Hochsensorik sind also Elemente von vielfältiger, hoher Intelligenz und entsprechen einer normale, menschlich-natürliche Veranlagungen und damit persönlichen, wesentlichen Eigenschaften.

Derzeit sind ca. 12 Millionen Menschen in Deutschland hochsensibel – ca. 3 Millionen rein logisch-hochbegabt. Diese große Anzahl mit der Fähigkeit sensorisch prozessorientiert sensitiv zu sein und damit sensorisch detailliert sehr vieles zu erfassen; sind mit einem anderen Ausdruck „wahrnehmungsbegabt“. Im Einzelfall kann diese Fähigkeit medialen Fähigkeiten entsprechen und sind daher alles andere als esoterisch wie die Medialität in dem Bezug auch meist verunglimpft wird. Wahrgenommen wird von hochsensiblen & hochbegabten Menschen der gesamte Kontext, in dem sein Gegenüber lebt – all seine Geschichten, Gedanken- und Glaubensmuster, die dann sein individuelle Lebensgeschichte formen.

Auf der anderen Seite der Skala für sensorische  Wahrnehmungs-begabung oder sensorische prozessorientierte Sensibilität finden sich Gefühlsblindheit bis Gefühlsausdruckslosigkeit oder Gefühlsunerfahrenheit (Alexithymie belastete Menschen) und damit verbundener Gefühlsorientierungslosigkeit; das betrifft ca. 13 Millionen – Zahl steigend- und stehen Hochsensibilität/Hochsensitivität gegenüber bzw. dazwischen ist die Menge an Menschen, die „robuster“ wirken und teilweise auch sind mit deutlich reduzierter Sensorik.

Obwohl langsam auch in populären Zeitschriften die Gesellschaft für diese Themen sensibilisiert wird, gibt es viele Fragen oder Unsicherheiten bei Menschen, die selbst hochsensibel & vielfältig-hochbegabt sind oder vermuten, diese natürlichen Wesensmerkmale zu haben. Oder auch, wenn KollegINNen, Partner oder  eigene Kinder diese wesentlichen unveränderlichen Merkmale – ähnlich der Augenfarbe oder Hautfarbe – mitbringen,  braucht es Kenntnis über Herausforderungen & Möglichkeiten sowie Mut der mit diesen Fähigkeiten ausgestatteten den anderen „Normalos“ zu begegnen; auch zu sich selbst bzw. diesen KollegINNen, Partnern und Familienmitgliedern zu stehen und sie eben auch anders als „normal“ wertzuschätzen.

Familienangehörige oder Lehrer und Ausbilder, Ärzte, Psychologen und Berater wie Anwälte stehen dann auch gelegentlich vor einigen Herausforderungen und müssen auch mit (noch) Unbekanntem umgehen lernen (wollen).

„DIE Hochsensibilität“  gibt es schlichtweg nicht; dennoch einige pauschalere Merkmale. Hochbegabung – multiple Intelligenz – die in Verbindung mit der hohen sensorischen Fähigkeiten existiert ist in mehr Facetten im Alltagsleben.

Kurzzeitige emotionale Betroffenheit oder wie langfristige Belastung kann ganz anders wirken. Hochsensible & Hochbegabte finden individuell innere Stabilität finden, wenn ihnen bewusst ist, dass ihr „Anderssein“ (auch) normal ist und ihre Harmonieorientierung kann gut innerhalb Konfliktgestaltung wirken, sofern sie ihre oft unterstellte  „Konfliktscheuheit oder Konfliktunfähigkeit“ selbst definieren und entdecken, dass sie kämpferische und gerechte Elemente leiten können wie auch ihre feinste Empathie bis Telepathie in den einzelnen Situationen.

  • Hochsensibilität – ein kurzer Exkurs in die Psychologie

Das, was du hinrotzt (in Leichtigkeit tust) ist dein Talent!“

Zitat von Jürgen vom Scheidt – Psychologe, Ausbilder von Mentoring für Hochbegabung

Der Begriff „Hochsensibilität“ wurde von der US-Amerikanischen Psychologin Elaine Aron erstmals in die Öffentlichkeit gebracht. Sie selbst entdeckte für sich und Kommilitonen sowie Freunde, dass die klassischen Zuordnungen von Persönlichkeitsmerkmalen bzw. Dysbalancen bis Störungen für diese Menschen unzutreffend waren und viel eher kontraproduktiv.

Hochsensibilität“ in diesem Sinn ist „Highly Sensitivity“ (hohe Sensitivität) oder noch klarer definiert „Highly sensory processing sensibility“ von Elaine Aron definiert. Diese hohe sensorische prozessorientierte Sensibilität oder Wahrnehmungsbegabung beschreibt ein Spektrum simultan erfolgender Synchronisationen der menschlichen Sinne: VAGOK – visuell, auditiv, gustatorisch, olfaktorisch und kinästhetisch bzw. haptisch. Aufgrund dieser prozessorientierten Verarbeitung von Impulsen und Informationen, der Vielschichtigkeit, ergibt sich ganz klar der Bezug zu „Hochbegabung“ oder Vielfältigkeitsbegabung sowie einer natürlichen breiten Werteskala, die allen Soft Skills-Fähigkeiten entsprechen.

Dem Zugrunde liegen eine andere natürliche Hypophysen-Hypothalamus-Nebennieren-Verschaltung, die dem Motor eines Ferraris vergleichbar ist, gegenüber den anderen Verschaltungen, die eben dann einem Audi- oder Opel-Motor entsprechen und auf andere Impulse und Reize reagieren sowie ein eigenes „Fahrverhalten“ haben in ihrem natürlichen Spektrum. Allerdings das „Ferrari-Spektrum“ auch nicht erreichen können aufgrund ihrer eigenen „Bauweise“.

Neurobiologische bzw. wissenschaftlich-anatomische neueste Forschungsergebnisse besagen, dass der Balken im Gehirn, der die linke und die rechter Gehirnhälften verbindet bei Hochsensiblen Menschen entweder kleiner, kürzer oder gar nicht vorhanden ist; als evolutionär-biologische Anpassung und Äquivalent an die technischen Entwicklungen, die auch schneller verarbeiten, integrieren und lernfähiger sind – bei den hochsensiblen Menschen kommt allerdings die feine Qualität der Sinne, des Fühlens dazu und intensiviert vieles.

Die geschlechtliche – weiblich/männlich – Verteilung liegt überraschenderweise gleich bei 50:50. Auswirkungen sind geschlechtsspezifische Erziehungsformen und Wertungen darüber „Was weiblich ist oder eben männlich“! und damit auch blockieren und verhindern diese Fähigkeiten als „gift – to be gifted“ zu werten.

Neben den 5 Sinnen: sehen, hören, riechen, schmecken, bewegen/tasten gibt es in dem filigranen Nervenleitsystem dann auch einen 6. Sinn, der sich aufgrund der schnellen Informationsverarbeitung in eine Form von Medialität und Klarfühlen, Klarsehen, Klarhören, Klarschmecken und Klarriechen führt. Durch diese natürlichen Veranlagungen haben Hochsensible & Hochbegabte eine klare und starke Fähigkeit im Bereich der Empathie bis hin zur Telepathie, die das „Denken“ anderen und kollektive Strömungen mit einschließt. Was zum einem eben ein Vorteil ist, aber nachteilig, wenn zu viele Inputs einem Tsunami gleich einströmen.

Ein weiteres Spektrum eröffnen amerikanische Zuordnungen in 2 Hauptgruppen, die die Wesensmerkmale & Lebensbedingungen bzw. Lebenserfahrungen mit 2 Blumenarten verbinden:

  • Löwenzahn – eine Pflanze, die durch den Asphalt bricht mit enormer Disziplin & Kraft
  • Orchidee – eine Pflanze, die durch die einzigartigen Lebensbedingungen aus Humus und Wasser, eben einen ganz anderen Lebensraum hat

Dazu gehört die Idee, dass Familien wie Unternehmen und letztlich jede Art von Partnerschaft in einem Ökosystem funktioniert. Entgegen der oft „landläufigen“ Meinung, dass hochsensible & hochbegabte Menschen „Mimosen“ und „Weicheier“ oder „empfindlich“ sind, sind die „Löwenzahn-Menschen“ als Äquivalente in oft harte, rigide, Empathie eingeschränkte bis empathielose und schwer traumatisierte Familien hineingeboren, um auf das „andere in der Menschlichkeit aufmerksam zu machen. Leider scheitern sie oft in diesen Beziehungen mangels Bereitschaft der anderen zu Reflexion und Gesundung; sie durchbrechen dann den Kreislauf bzw. „den Asphalt“ und gehen irgendwann in ihre eigene Kraft, Buntheit und Stärke und integrieren ihre Fragilität in der Erfahrung antifragil und autonom zu werden und zu leben.

Die „Orchideen-Menschen“ können nur in Atmosphären gedeihen, die Ästhetik, Harmonie und Gesundheit, Fürsorglichkeit anbieten. Sie sind eine „Spur empfindsamer“ und benötigen auf jeden Fall harmonische Beziehungen! Und ein „aufgeräumteres Leben“; kann dann auch dogmatisch, pedantisch wirken, weil z.B. kein Essen auf dem Teller vermengt werden darf. Konfliktscheu sind sie zugunsten von der Selbstfürsorge und einer Selbstgenügsamkeit, die oft verwechselt wird mit „Mangel oder Unterwürfigkeit“.

Beiden Gruppen ist gemeinsam, dass sie natürliche Führungskompetenz haben, unterschiedliche Durchsetzungs- und Duldungs- bzw. Leidensfähigkeit. Sie führen und unternehmen viel weniger kriegerisch, sondern mit Weisheit in Einbindung und zum Wohl des Teams (Partners, Familie) und sind hier sehr präsent, extrovertiert anstatt zu der hohen „stillen“ Reflexionsfähigkeit, die sie dann „schüchtern oder introvertiert bis träumerisch“ erscheinen lässt.

  • Einflüsse im Leben und im Dialog mit hochsensiblen & hochbegabten Menschen

Das, was du hinrotzt (in Leichtigkeit tust) ist dein Talent!“

Das, was so sehr mit uns verbunden ist, was in Einklang nur mit uns existiert, „färbt“ unsere Weltanschauung und wie wir in die Welt gehen. Es kann passieren, dass wir dann ein lebenslang die Anstrengung suchen und nicht finden, weil die Leichtigkeit unserer Talente und Fähigkeiten erst einmal keinen Namen und keine Wertschätzung hat. Daher ist es wichtig, die Vorteile, Herausforderungen und Probleme zu kennen, die Hochsensibilität, hohe Sensorik und Begabung mit sich bringen. Die Einflüsse im Leben und im Dialog sind in den Schwerpunkten festzumachen:

  • Reizüberflutung/Intensitätsempfindung

Schwache Filter bzw. Filterlosigkeit im Gehirn wie im Körper lässt je stärker die sensorische Sensibilität und durchlässiger ist alle Informationen auf der körperlichen Ebene – Temperatur und Gerüche erfassend – Gedankenstrukturen des anderen erkennend sowie auch Gefühle und Emotionen fühlend, eben in enormer Intensität aufprallen. Hieraus resultiert die Simultan-Verarbeitung, die parallel dauernd im Hintergrund abläuft. D. h. parallel läuft auch immer das Programm: Flucht-Kampf-Totstellen. Der Scan von Situationen und Atmosphären sorgt zusätzlich für die Schaftstellung der Sinne und zugleich für Erweiterung der Foki. Daraus ergeben sich dann auch andere Nähe-Distanz-Verhältnisse im Gemeinschaftsleben, ein anderes Ruhe und Bewegungsverhalten sowie Essgewohnheiten u.v.m.

  • Perfektionismus/Detailgenauigkeit

Die Detailgenauigkeit als natürliche Erfassungsgabe und Verarbeitungs-Tool fordern den Hochsensiblen & Hochbegabten oft bis an die Grenze der Erschöpfung. Das reduziert und wandelt die vorhandene Schnelligkeit im Fühlen & Denken dann in die Langsamkeit der Umsetzung und fordert Geduld für sich selbst und diese fehlt oft (während diese meist für andere da ist. Gelegentlich kann das auch bei Distress in Verachtung oder Missachtung führen, für die eigene „Langsamkeit“ oder auf die, die tatsächlich langsamer erfassen und begreifen oder erst gar nicht feinere, subtilere Informationen aufnehmen, weil sie „grober gestrickt sind“ und nie gelernt haben auf diese Foki zu achten). „Es ist nicht perfekt allerdings optimal“ ist der Lernstoff für diese talentierten Menschen.

  • Finden der Berufung/ Viele Berufungen haben

Aufgrund der vielfältigen Fähigkeiten gibt es viele Interessen, die in einen Beruf führen können: künstlerisches Talent, heilerische Begabung, Fähigkeiten zum Schreiben, oder zum Tanz wie auch didaktische, vermittelnde Fähigkeiten und Wissenschaftsinteresse.

Für Hochsensible Menschen ist fast alles eine Berufung, deshalb ist es wichtig von Berufungen zu sprechen: Freundin-Sein, Partner-Sein, Mutter/Vater-Sein, Kollegin-Sein, Chef/Arbeitgeber-Sein oder Unternehmer-Sein. Es gibt in der Folge wenig Trennung zwischen Privatleben und Berufsleben; man kann das auch als „hohe Authentizität“ bezeichnen. In dem Zusammenhang ist der Hinweis wichtig, dass Begeisterung, Neugier, „Recht.schaffen.heit“ als „Ritter, der den Fehdehandschuh aufgreift“ und auch bis zum Letzten streitet und verteidigt als altruistische Grundhaltung zu betrachten. Deshalb sind auch Anwälte, Ärzte, Coaches und andere in den  Berufen zu finden, mit den Talenten der hochsensiblen/hochsensorischen & vielfältig Befähigten.

  • Hohe moralische Ansprüche/ Themen aus Religiosität & Philosophie

Stellen sie an sich selbst und andere bei Verbindlichkeit, Loyalität, Rücksichtnahme, Pünktlichkeit, Fleiss, Einfühlungsvermögen. Hier finden sich auch werthaltige Maßstäbe wie Interkulturelle, überkonfessionelle Akzeptanz, Offenheit für unterschiedliche Lebensformen/-gemeinschaften (weil nur aus der selbst empfundenen positiven Wertung eigene Lebensformen entwickelt werden; die den gleichen Anspruch für andere Menschen zulassen). Weltgewandtheit, Reisefreude & Entdecken von neuen & fremden Gesellschaften; überkonfessionelle Haltung bzw. eigene „religio“ (ist keine Religion!). In diesem Zusammenhang entwickelt sich entweder Spiritualität oder Atheismus; auf jeden Fall ethische Wertmaßstäbe im Sinne einer humanistischen Ausbildung und eine entsprechende Sozialkompetenz (er hat gesunder Rebellion und auch Vertretung wie als Klassensprecher von „Stilleren oder sozial Schwächeren“ zur Folge mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn). Oft ist eine große Freude vorhanden, zu philosophieren – hohe Reflexionsfähigkeit und Sprachgewandtheit in vielen Formen.

  • Finden von Auszeiten

Sie haben Mühe auch Pausen zu machen – siehe Perfektionismus! Und „eintauchen in das Thema aus Disziplin & Hingabe aus Interesse bringt Zeitvergessenheit; auch Vergessen zu trinken und zu essen- Hypoglykämie macht „schlechte Laune“ und stresst negativ – schwächt Offenheit und Kommunikationsfähigkeit bzw. Fähigkeit zur Auseinandersetzung); denn die grossen Anstrengungen bei der Konzentration bzw. Fokussierung & Ausblendung von Unwesentlichem ist eine enorme Anstrengung. Musik bei der Arbeit kann unterstützen im einem Moment und im anderen ist es zu viel, wenn sich der hochsensible Mensch der Reizüberflutung und „alltäglichen Erschöpfung“ nähert oder über diese Grenze hinweg geht.

Auf der anderen Seite ist das „Bore-out“ (Langeweile, Monotonie, Routine) ein Bereich der neben dem „Ausbrennen“ (Burn-out“) bei ihnen ein gefährlich wichtiger Faktor; die Kombination von Leben & Arbeit ist unabdingbar miteinander verknüpft; ebenso Wertschätzung und Würde.

  • Priorisieren

Was ist das Wichtigste? Priorisieren ist ein Lernprozess und auch schwer abwägbar, weil Kleinigkeiten wichtig sind; jede Aufregung riesiger oder „bunter“ wegen der Informationsvielfalt (jedes Anliegen verdient sofort Aufmerksamkeit!). Verzettelung  oder auch langsam.Sein – langsamer als andere – wegen der Detailgenauigkeit steht am anderen Ende dieses Spannungsbogens: Freude an Kompetenz und ihrer Lebbarkeit. Sie sind aktive Theoretiker & Pragmatiker.

  • Umgang mit schwierigen Gefühlen

Da jede Information intensiv wahrgenommen wird, passiert das auch mit Gefühlen. Schwarz-Weiss gibt es nicht; Grautöne liegen dazwischen ebenso wie die gesamte Farbpaletter in allen Nuancen. Depressive Empfindungen sind dann Pechschwarz oder Tonnenschwer. Verliebtsein – lauer Sommerwind bis Orkan, der alles mitnimmt. Es ist jedoch alles andere als Hysterie! Wut, Eifersucht, Neid, Hass oder Verzweiflung zu erleben in der Gefühlswelt der anderen ist ein Berg-und-Talfahrt, wobei der Hochsensorische Mensch in der Mitte steht und all das (mit)fühlt. Deshalb ist es wichtig für Hochsensible zu lernen sich abzugrenzen, um dann auch klar zu fühlen, was die eigenen Gefühle und Empfindungen sind und die der anderen zu unterscheiden.

Zugleich ist ihr Körper eben ein Klangobjekt, weshalb sie Musik auch körperlich fühlen wie Sprache und Sprachfärbung wie Lautstärke, Intonierung, Monotonie oder Lebendigkeit in der Sprache.

Eigene Traumatas müssen unbedingt in der eigen Biographie zeitintensiv, liebevoll-klar und so detailgenau aufgelöst werden, so wie es diesem hochsensiblen Menschen gut tut. Er ist ein Autodidakt* und Selbstführender, hasst Voyeurismus und akzeptiert hier nur Begleiter, die ähnliches bewältigt haben. Das ist auch wichtig bei Generationskonflikten oder hierarchischen Strukturen, die sie nur aus der Wertigkeit verbunden mit Menschlichkeit tolerieren; anders ausgedrückt schätzen sie die Putzfrau genauso wie den Professor oder Pfarrer oder dann auch nicht, wenn dem einen oder anderen dann sozial-menschliche und ethische Kompetenzen fehlen.

  • Abgrenzung* & Vertrauen

Hochsensible haben ausgeprägte Spiegelneuronen – siehe Umgang mit schwierigen Gefühlen/Traumata Bearbeitung von Coaches, Therapeuten, Ärzten, Lehrern und Anwälten. Sie nehmen daher alles wahr, ob sie wollen oder nicht – in Sekundenbruchteilen! Wenn es zu nah wird, laufen sie gegebenenfalls weg, brauchen Pausen – auch mehrere Tage oder Wochen; deshalb sind Therapien oft kontraproduktiv in der wöchentlichen Regelung! Sei müssen wirklich lernen Empathie für sich selbst zu entwickeln und sich darin ernst zu nehmen, weil sie sonst in Isolation geraten. Letzteres ist auch die Herausforderung, wenn sie sich wie „Das hässliche Entlein“ oder „Der Adler in der Hühnerfamilie“ fremd fühlen und mit tiefer Ablehnung und Ausstossung konfrontiert waren.

  • Ausgeprägte Scham

Die hochleistungsfähigen Spiegelneuronen scannen die Menschen und Situationen unserer Umwelt; das führt dazu, dass wir uns anpassen und tun was die Umwelt will oder erwartet mit Leichtigkeit. Wenn dann eine Mutter nicht ertragen kann, dass ihr Kind weint, und das Kind zum Lauchen bringt, verlernt das Kind das Vertrauen in die eigene Traurigkeit bzw. andere intuitive Merkmale zu haben und verkümmert bzw. schämt sich dann für eine Unzulänglichkeit, übernimmt Verantwortung (auch ein Zuviel und gerät in Überlastung) weil die Mutter unreflektiert und unachtsam ist wegen eigener Alexithymie (Gefühlsblindheit). Und das Kind schämt sich dann und bezieht dieses Unvermögen auf sich, sehr zum eigenen Leid und blockadenfördend bis es lernt, dass es gesund ist im Verhalten; auch durch die Begegnung mit anderen darin reflektierten und kognitiv gesunden Menschen.

  • Hergebrachte Rollenbilder: Yin/Yang

Da Sensibilität, Verletztsein/Berührtsein, Mitgefühl oder Tränen und Erschöpfung eher den Frauen in unserer Gesellschaft zugestanden werden, ist es für Männer – männliche Systeme – fast unmöglich diese Werte im Yang wie Weichheit, Nachgiebigkeit, Empathie und natürlich-organisches Wachstum geschlechtsneutral jedem Menschen zu zugestehen. Männliche Eigenschaften sind im Yin: Aktivität, Stärke und Härte und Kanalisierung/Planung. Letztlich sind Frauen wie Männer mal aktiv und stark und dann wieder vulnerabel und brauchen Pausen. Unsere eigenes Vertrauen und unsere Wertestruktur  in die unterschiedlichen Qualitäten, macht dann den Unterschied aus und beeinflusst in der Konsequenz unser Handeln, unser Reden und gesamtes Leben.

  • Was ist Mediation?

Mediation ist ein strukturiertes Verfahren, in dem eine bewusste mediative Haltung, fein aufeinander abgestimmte Methoden und die Bereitschaft zur Selbstreflexion die Möglichkeit einen Konflikt zu erhellen und in der Folge auch zu vertiefen – erst dann können wirklich effektive Lösungen angegangen werden-  Es ist so möglich zeitnah und schnell zu bearbeiten und Stress zu reduzieren. Dem Verfahren liegen Vertraulichkeit und persönliche Verantwortung der Medianten zu Grunde sowie freiwillige Teilnahme.

Am Ende steht ein Konsens für die beteiligten Parteien mit sinnvollen, besonders dauerhaften Vereinbarungen, weil im Lösungsprozess eben auch die Zukunft als Orientierung wichtig ist und der Prozess dahin auch gestaltet wird. Die beteiligten Parteien erleben im Empowerment, das der Mediator ihnen Mut und Selbstverantwortung zutraut; das setzen die Parteien im Prozessverlauf gemeinsam um, um fair und sachgerecht vorwärts zu gehen. Mögliche Mediationsbereiche sind:

  • Familie und Besitz (Trennung, Scheidung, Erbschaftsstreitigkeiten, Generationskonflikten)
  • Nachbarschaft (Mietstreitigkeiten, Haustiere, Lärmbelästigung, Grenzbebauung)
  • Arbeit (Mobbing, Teamkonflikte, Geschäftspartner, Verträge)
  • Politik und Wirtschaft
  • Kultur und interkulturelle Konflikte
  • Ökologie
  • Kirche
  • Strafrecht und Täter-Opfer-Ausgleich

3.1. Die 6 Grundmuster der Mediation

Die 6 Grundmuster der Mediation sind eine Dialogentwicklung nach einer Art von „Sprachverstummung“ gemeinsamer Gespräche & Handlungen, die aufgrund des Konfliktes entstanden, ist hin zu „Wieder-miteinander-reden“ können. Die teilnehmenden Parteien begegnen sich über mehrere Mediationseinheiten mit dem Mediator; die 6 inhaltsreichen Grundmuster der Mediation gliedern sich wie folgt:

1.Einleitung -– Wie funktioniert es? Wer will die Mediation? Wer nimmt Teil?!

Voraus gegangen ist das Vorgespräch oder „Nullphase“, in dem einer der Medianten, die Mediation beauftragt oder ein Dritter wie beispielsweise der Chef, der zwei Mitarbeiter zur Mediation schickt.

  1. Erklärung des Ablaufes

In der Einleitungsphase sollte das „Raumklima“ stimmen; also ein angenehmer Raum mit schöner Atmosphäre. Hier informiert der Mediator über das was Mediation ist, den Verlauf, seiner allparteilichen Rolle in diesem Verfahren. Vorinformationen der beteiligten Medianten werden abgefragt. Es geht es darum, dass die Medianten alle bedeutenden Informationen offen darlegen, Gesprächsregeln sind festzulegen, auf die freiwillige Teilnahme und Mitarbeit wird hingewiesen und vom Mediator erfolgt ein Überblick über den gesamten, strukturierten Mediationsverlauf. Ausserdem wird über das Honorar, Kostenübernahme sowie dem Vertrag zwischen Medianten und Mediator gesprochen, der Sitzungsdauer von ca. 90 Minuten pro Sitzung sowie die gesamte Zeitschiene (wobei die Anzahl der Sitzungen offenbleibt; mindestens bei 5 Sitzungen liegt; wobei auch der Abbruch jederzeit möglich ist).

  • Konfliktdarstellung – Worum geht es?!

Hier ist für jeden Mediaten der Raum und die Zeit seine Sichtweise des Konfliktes ohne Unterbrechung des anderen Medianten darzustellen.

Dabei werden vertrauensvoll oder vertrauensaufbauend die Grundregeln des Verhaltens und der Gesprächsführung festgehalten. Der Mediator hat immer Blickkontakt mit den Medianten und besonders dem sprechenden Medianten, auch in seiner gesamten Hinwendung. Hier erfolgt die wertungsfreie Sammlung der Konfliktthemen. Die Reihenfolge entsteht aus der Frage: „Wer mag beginnen?“ Durch aktives Zuhören und der Spiegelung der Sachebene und der Gefühlsebene erfolgt das für die Parteien wichtige Gefühl, dass sie wahrgenommen und ernstgenommen werden. Manchmal erfolgten Umformulierungen von negativen, verletzenden Aussagen und Empfindungen. Zusammenfassend – fortlaufend oder eben am Ende der Aussagen eines Medianten – werden die Gemeinsamkeiten und Differenzen benannt. Belobigung der Zusammenarbeit der beiden Parteien wirken förderlich im Sinne des Empowerments. Durch offene, vertiefende Fragen wird der Konflikt immer klarer.

  • Konflikterhellung – Einblicke, warum ist der Streit entstanden?! – Die „Eisbergspitze“

Hier besteht die Möglichkeit die Bedeutung des Konfliktes für jeden Medianten in der empfundenen Tiefe und notwendigen Bandbreite auszusprechen. Dabei besteht die wichtige Möglichkeit aus den Konfliktgegnern wie Mediations-gewünscht Konfliktpartner zu machen.

Der Mediator beobachtet, wie weit Hintergründe wirklich konfliktrelevant sind oder eben auch die Mediation überfordernd; weil ein Mediant eben eine psychotherapeutische Begleitung braucht.

  • Konfliktvertiefung – Gibt es noch mehr Gründe für den Streit?! – Der „Eisberg unter Wasser“

Dabei tauchen die gemeinsamen und unterschiedlichen Motivationen, Hintergründe, eigene Bedürfnisse und Ziele oder Wünsche jedes Medianten auf, die herausgearbeitet werden. In dieser Phase entwickeln sich von der ersten Gefühls- und Sachebene tiefere Gefühlsebenen. Verschiedene Tools wie Reframing, Methoden zum Perspektivenwechsel (Rollentausch Stuhlwechsel, Selbstbild-Fremdbild), Doppeln oder Einzelgespräche zur Überwindung von Blockaden bieten die Möglichkeit zur Vertiefung. Die Visualisierung von eignen Wünschen und Interessen sowie offene, zirkuläre Fragen, die vertiefen sind hier sinnvoll.

  • Lösungsversuch – Was können wir tun für Frieden & Erfolg?!

Die Medianten entwickeln aus den Lösungsvorschlägen einvernehmliche Lösungen; dabei haben gleiche Interessen den Vorrang. Spontane und gezielte Vorschläge werden diskutiert, ebenso wie die Optionen. Evtl. gibt es eine To-Do-Liste, die genauso wie die Lösungsliste darauf überprüft wird von den Medianten wie diese Probleme in eine konstruktive Lösung überführt werden können. Danach erfolgt der Check auf die Realisierbarkeit und evtl. Zeiträume, die zur Umsetzung benötigt werden. Dazu kann der Mediator auf seinen Methodenkoffer: Brainstorming (spontaner Zuruf von Ideen), Suche nach objektiven Kriterien, Suche nach den Einigungsgrad, evtl. Einzelgespräche, Sternanalyse, „Ja-wenn-Sätze (statt „Ja-aber-Sätze) zurückgreifen. Es kann hier ggfs. auch abgebrochen werden, wenn alles nichts nützt. Wichtig ist weiterhin empathisches, wertungsfreies Verhalten ohne Schuldzuweisungen und in Form von Empowerment den Selbstwert der Parteien zu stärken.

  • Vereinbarungen – „Urkunde“ für Erfolg!

„So machen wir es“- Prinzip; es ist fair, effizient, vernünftig und sachgerecht, stabil. Ausserdem wird das „worst-case-Szenario“ zur „best-case-Situation“. Eine Prüfung der besten Alternativen kann hier auch noch erfolgen; das SMART-Prinzip bietet hier eine effektive Leitlinie. Der Einigungspakt wird überprüft auf Umsetzung und Kontrolle, auch der Umgang mit künftigen Herausforderungen kann hier vereinbart werden. Es erfolgt eine schriftliche Vereinbarung mit „Memory-Effekt“, die Unterschrift der Medianten „besiegelt“ den Willen dazu und eine symbolische Abschlussgeste sorgt für die Erinnerlichkeit durch das Fühlen dieser Geste.

  •   Mediation – ein aktiver Prozess zusammen mit Hochbegabung &  Hochsensibilität

Da die geforderten und erwünschten Fähigkeiten neben Fachkompetenzen in unterschiedlichen Bereichen, die die Hintergründe von gelungener Mediation ermöglichen, ist eine Verbindung von Mediation zu Hochsensibilität & Hochbegabung sinnvoll und auch wegweisend.

  • Der Mediator als hochsensibler & hochbegabter Mensch

Ein Mediator ohne Lebenserfahrung, Gerechtigkeitsempfinden, Flexibilität, Lernbereitschaft und Offenheit wird in der Mediation schnell ein Ende finden und eine Lösung, die weniger an den Wünschen und der Lösungsbereitschaft orientiert ist.

Wegen der Reizüberflutung und Intensitätswahrnehmung ist für den Mediator ein Büro, ein Raum, in der er sich wohlfühlt sich den Gesprächen und Emotionen zu stellen, seine Gelassenheit zu wahren ebenfalls sehr bedeutsam. Er kann zwar auch „auf eine Holzkiste“ arbeiten, weil er seine Persönlichkeit eben immer „bei sich hat und auch sein Know-how“, dennoch ist für ihn Ästhetik wichtig – in allen Bereichen. Der Mediant muss also auch etwas für den Medianten „fassbar/scanbar“ ausstrahlen, was Begeisterung, Lösungsorientiertheit und humanitäre Wertigkeit vermittelt, sonst wird dieser Mediator alles andere als bereit sein, die Mediation durchzuführen, auch wenn ihm Geld dabei erst einmal verloren geht. Dabei geht es um seine Selbstwertschätzung, Selbstachtung und Autonomie.

Beim „mach mit! – die Einladung, die in allen Phasen immer wieder neu ausgesprochen wird, ist eine gute, freundliche und vertrauensbildende Atmosphäre wichtig und auch der Mediator muss diese Persönlichkeit ausstrahlen, einladend, vertrauensbildend und verlässlich. Er führt, indem er sagt, wo es lang geht und wie es langgeht. Der Mediator muss die Gefühle, die Sorgen und Verhaltensweisen sowie Handlungsabläufe wertneutral hören und wahrnehmen; ist er hochsensibel & hochbegabt, wird er hier schon mehr Informationen wertfrei als „innere Faktoren des Medianten“ wahrnehmen als ein Mediator, der robuster ist und evtl. sich auf vorgefasste Erfahrungs- und Meinungsparameter bezieht. Diese Art der Hochrechnung ist diametral anders als die Seismizität des hochsensiblen Mediators, der dann vorausschauend und rasant-seismisch reflektierend, weil empfindend, Situationen im Ausgang erkennt. Offen zu bleiben, wissenschaftlich neugierig ist hier ein geniales Element auch in der Ergebnisoffenheit.

Der Mediator erkennt selbst erlernte und erfahrene Profilelemente seiner Umwelt – kann als Profiler arbeiten; er „empfindet“ den Schmerz, die Intensität des Leidenden und kann mit einem „heiligem Zorn“ den Schwächeren verteidigen wollen – aus eigener Erfahrung des Schmerzes oder solidarisiert sich mit dem „Stilleren“ in der Mediation, während er dem „Lauten“ dann scheinbar in der Oberfläche mehr Raum gibt sich darzustellen und zu erklären. Das ist ein dauerhaft wichtiger Reflexionspunkt für den Mediator!

Auch die Bedeutung von Zeit ist dem hochsensiblen Mediator vertraut, die Vermeidung von „exklusivem Voyeurismus“ bei einem Verfahren von Konfliktklärung, die fordert alles „bis auf die Unterhose“ notwendigerweise und fallbezogen zu erzählen. Das erfordert Vertrauen und auch flexible Entgrenzung der Medianten.

Die Tools des Nachhakens, des Doppelns und Spiegelns oder des Rollentausches gehören zu den natürlichen intuitiven und detailreichen Fähigkeiten des hochsensiblen Mediators.

Das „immer-wieder-Eingehen“ und Verstehen ist natürlich – Meinungsoffenheit –  auf die eine wie die andere Partei, entspricht so „einer permanent Rollentauscherfahrung“ innerhalb des Mediation für den Mediator und genau wegen dieser „leichten Übung“ ist der Beruf eine Berufung für den Mediator.

Auch für „advancer & seeker“ unter den Mediatoren ein Abenteuer- und Adrenalinkick, der ihre Begeisterung immer wieder hervorholt im Positiven wie im Negativen die eigene Grenzüberschreitung und gewohnte Entgrenzungsfähigkeit, die zur Erschöpfung führt. Und durch geregelte Auszeiten und Selbstfürsorge verhindert wird.

Dem gegenüber steht die Fähigkeit des Mediators introvertiert, also „still & unsichtbar, doch beobachten und viele Zwischentöne erfassend“ den Medianten den Raum zu geben, ihre Lösungen zu finden. Er ist dann mehr ein Lotse auf dem Schiff anderer Eigener und lässt sie lernen die Untiefen und Passagen kennen zu lernen, um auszuloten was wirklich geht und was bremst und verhindert. Dabei ist er besonnen und registriert mit Einsichtserlaubnis in das Leben der Medianten – in Achtsamkeit, frei von Sensationslust, allerdings in der auch detektivischen Neugier alles was gerade passiert. Hier ist die  Fähigkeit der Seismizität und auch Synchronizität die Basis in bewusster Resonanz zu sein.

Im Rahmen dessen ist der Mediator eben auch bewusst, dass die Irrationalität der Ängste seiner Medianten zwar ernsthaft sind und dennoch auch eine Form von Illusion und damit etwas anderes sind als erfüllbare Visionen, die in der Mediation eröffnet werden (sollen).

In der Empathie ist wichtig eigene „Knetschen & blinde Flecken“ immer wieder zu beachten und dann selbst mit Coaches in gesunde Balance zu bringen. Das dient auch der Resonanzfreiheit in den einzelnen Fällen, weil Medianten durchaus traumatische Hintergründe und Lebenserfahrungen haben. Hohe, breite Reflexionsfähigkeit eröffnet so dann auch wertfreie Lösungsoffenheit – dazu ist der hochsensible/hochbegabte Mediator aus der Bereitschaft das eigene Leben zu entschlüsseln auch immer bereit. Das Erkennen und Verständnis eigener Vulnerabilität ist für den Mediator der Schlüssel zu Entspanntheit neben aller Bedrohlichkeit, allem Druck und allen Fehlschlägen, die in einem Konflikt enthalten sind.

Gleichzeitig bietet eben die „Spürnase“ des Mediators, die Widerstände, Blockaden und negativen Erfahrung zu erfassen und in der Doppelung auszusprechen. Oder eben auch das Gefühl für „echten Frieden“ nach den Phasen 3 und 4 zu haben – mit und für die Medianten unausgesprochen von seiner Seite. Oder diese Phasen erneut zu initiieren bzw. dann auch abzubrechen und dem Ausdruck zu geben.

Die Balance zwischen dem „Löwenzahn“ – Lebenshärte – und der „Orchidee“ – optimales Leben – findet in der Mediation geschildert durch die Klarheit des Verfahrens sowie der Mischung von der Tatsache, dass der Mediator auch im Sinne von „Empowerment“ die Medianten in ihrer Kraft, Fähigkeit Wünsche und Ziele zu äussern ebenso wie absolute „no go’ s“, die sie im Grunde ihrer eigenen Würde und im Bewusstsein wer sie sind und sein wollen, unterstützt, fördert und auch fordert.

Gerade wenn der Mediator im Sinne eines Archetypen des „verwundeten, geheilten Heilers“ agiert, hat er viele traumatische und belastende Situationen der eigenen Kinder- und Jugendtage vom Kopf her reflektiert und emotional transformiert, in dem er „negative“ Gefühle wie „positive“ Gefühle anerkennt und sich von den „negativen“ eben bewusst löst (das ist etwas anderes als Gefühle und Erfahrungen zu verdrängen und hat psychosomatische Disharmonie bis Krankheiten zur Folge!)

So kann der Mediator eben klar ausdrücken und zusammenfassen, ebenso wie beim Doppeln- in grosser Sicherheit und Zuverlässigkeit des eigenen persönlichen Wachstumsprozesses. Bei den erfahrenen Härten der Medianten wird er in größtmöglicher Behutsamkeit vorgehe, weil er die eigene Vulnerabilität kennt und die Chance darin.

Da im Zentrum von Wahrnehmung und Handeln des Mediators das Verstehen steht, wird er sich vergewissern – auch bevor er die gesamten Bilder des Konfliktes zusammenfügt, um die Medianten dezent und zugleich prozessgetreu zu lotsen – das Gemeinte korrekt verstanden zu haben. Diese Inhalte werden abgestimmt und können zweifelsfrei (detektivische Fähigkeit plus Profiling) eben dann auch gegeneinander abgegrenzt werden, so dass klar ersichtlich ist, wo der Konsens entstehen kann, entsteht und wo nicht.

Die Feinfühligkeit und hohe Sensorische Fähigkeit, situativ zu scannen, gibt dem Mediator auch das klare und gute Gefühl, dass der Konsens – Weg der Erkenntnisgewinnung –  als eine Bedingung und Folge des Verstehens entwickelt wurde. Er kann auch genau spüren wo die Mediation abgebrochen werden muss oder gegebenenfalls wirklich Einzelgespräche stattfinden müssen.

  • Der Mediant als hochsensibler & hochbegabter Mensch

Ein hochsensibler Mediant wird von Anfang an; also auch schon im Telefonat die Frequenzen scannen, ob die Stimme des Mediators angenehme ist, ob er in der Lage ist, sich aktuell und spontan wirklich schon auf den möglichen Medianten einzulassen (hochsensibler & hochbegabter Mediator tut dasselbe seismisch auch!)

Evtl. stellt der Mediant eine Vertrauensfrage wie: „Ich bin ein Halbstarker und will diese Verhalten verändern – was nutzt  mir diese Fähigkeit bei Ihnen? Die Testung ist dann die Urteilslosigkeit des Mediators bzw. der Mediant öffnet sich in seiner Vulnerabilität und zeigt Angriffsfläche.

Beim ersten persönlichen Kontakt ist tatsächlich wichtig, dass die Kombination von Klarheit und angenehmer Menschlichkeit – für die Vertrauensbrücke – schnell eröffnen müssen; da hat der Mediator wenig Zeit durch die feine Sensorik des Medianten.

Ein Witz unterstreicht das Gesprächsverständnis des hochsensiblen & hochbegabten Medianten:

An der Rezeption steht ein hochsensibler Hotelgast. Der Rezeptionist gibt ihm einen Schlüssel mit den Worte: „Sie wohnen jetzt neben mir.“ Der hochsensible Hotelgast antwortet: „Oh Sie wohnen neben mir!“

So ähnlich reagiert ein hochsensibler Mensch auf die Frage: „Wie geht es dir?“ – Er geht von echter Anteilnahme oder Interesse aus; Oberflächlichkeit ist ihm fremd. Er ist erst einmal irritiert, dass das Interesse nur der Small-Talk-Höflichkeit entspringt und damit gar nicht eine detaillierte Antwort gefragt (diese Klarheit ist auch für den hochsensiblen & hochbegabten Mediator von Vorteil und manchmal ein Handicap, dass er erst mit alltäglichem Üben etwas reduziert zum Vorteil von Small-Talk).

In diesem Sinn kann ein Mediant scheinbar „zusammenhanglose“ Ereignisse wie in einem „Umweg“ zusammenfügen, um ein Ereignis, eine Situation so genau wie möglich und für ihn bedeutsam wiederzugeben. Das erfordert auch Zeit innerhalb der Mediationssitzung! Er kann auch erst einmal verstummen, weil er reflektiert und in sich spürt wie sich seine Wahrnehmung in den Situationen, die zum Konflikt führten, anfühlten. Das eröffnet dann die Tatsache, dass der hochsensible &  hochbegabte ein „Elefantengedächtnis“ hat, zumal auch alle Sinne mit eingebunden sind.

Chance und Gefahr sind hier nonverbale Kommunikationsfelder, die die hochsensiblen Menschen spüren und eine Gemeinsamkeit untereinander schaffen. Jeder weniger sensible Mensch oder gerade alexithymische Mensch (Gefühlsarm bzw. Wortkargheit im Hinblick Gefühle differenziert zu benennen) braucht dann das wirklich tiefe und weite Empfinden des Mediators (was dieser kann, nämlich in gefühlt „5 km Erdtiefe“, die Wunde zu fühlen). Gerade auch bei narzisstischen Medianten, kann der Mediator fühlen und muss dann behutsam lenken, dass der Narzisst sich nicht ertappt oder entblößt füllt – narzisstischen Wunden sind für den Narzissten absolute No go’ s!

Bei Borderlinern entsteht Irritation aufgrund von Klarheit des hochsensiblen & hochbegabten Mediators, der dann auch wenig manipulierbar ist bzw. sehr schnell entdeckt, was passiert. Borderliner sind traumatisch verwirrt in der sozialen Aussenkommunikation und versuchen alle und alles in ihrer Welt zu halten – schwierige Mediationen.  Hieraus ergibt sich evtl. dann auch mitten im Prozess erneut die Vertrauensfrage; auch in der Differenzierung, dass es alles andere als darum geht mitzuleiden, sondern im distanzierten Mitgefühl die Lösungsfindung zu unterstützen.

Im gesamten Prozess ist dann auch zu beachten, dass die einsetzende Erkenntnis des Medianten auch innerlich „Mauern zum Einbruch“ bringt, und die Tatsache, dass die Selbstempfindsamkeit bzw. Monitoring sehr stark ausgebildet sind. Hier braucht es Pausen und auch die Akzeptanz des Mediators, dass der Mediant gerade einen innerlichen Durchbruch erlebt, der ihn äusserlich scheinbar nicht im Thema oder der gegenwärtigen Situation sein lässt. Evtl. muss dann eine weitere Sitzung erfolgen – also mehr als eine kurze Pause – weil der Mediant dann alles in sich neu integriert und strukturiert.

Ähnlich ist es bei „Scham- oder Schuldempfinden“ das bei hochsensiblen & hochbegabten Menschen sehr ausgeprägt oder auch latent verborgen wirkt. Und nichts mit mangelndem Selbstbewusstsein zu tun hat, sondern eben aufgrund der Fähigkeit intensiv zu fühlen, sehr dominant das Verhalten, die Wortwahl und die Präsenz des Medianten in der Mediation prägt; auch ohne direkt bewusst zu sein.

Fazit

Die Grundlagen der Mediation sind neben den Fakten, Sachthemen und klarer Gestik verbunden mit den Aussagen des Medianten und bilden die sogenannte „Spitze des Eisbergs“.

Die Notwendigkeiten, die in der Mediation aus der Not herausgewendet werden wollen und können, liegen im Bereich des Eisberges unter Wasser; das, was nicht sichtbar ist wie Motivationen, Wünsche (auch wirklich unbewusste und/oder bewusst verdrängte), Ziele… Alles Themenbereiche der Menschlichkeit und auch einer menschlichen Unmenschlichkeit, die im Alltag als Lebenserfahrung stattfindet.

Das Verständnis von Mediation ist schon bei Solon 594 v. Chr. als gewähltem Archon  und damit vom Volk bestimmter Versöhner und Vermittler offensichtlich geworden. So wie ein König oder Herrscher schon immer einen Priester oder Seher oder „Hofnarr“ – als Vertreter hoher sensorischer Sensitivität, Wahrheit und Weisheit bzw. dann auch Medialität (vermittelnd tätig sein) –  an seiner Seite gebraucht hat, sind wirkliche Honoratioren mit hohem ethischen und sozialen Werten, die die kriegerischen Ansprüche auch mit Friedensbemühungen entgegensetzen, über die Jahrhunderte wichtig geblieben – die persönliche Form hat sich gewandelt; eben auch evolutionär.

Soziale Ungerechtigkeiten gibt es seit Menschengedenken und ebenso umfassend ausgebildete und natürlich breit begabte Menschen, die in Konfliktbereiche eingreifen. Unrecht wird so sichtbar ebenso wie Fehlhaltungen der Masse oder in der Geschichte eben von Institutionen, gesellschaftlich-wirtschaftlich besser Gestellten, die Recht und Sozialleben beugten.

Im Leben braucht es zur Wandlung philosophische Ansätze wie von Sokrates, Platon oder Aristoteles und seiner Gerechtigkeitslehre. Heute sind Politiker wie Konrad Adenauer, Hans Koschnik oder Michail Sergejewitsch Gorbatschow und Helmut Kohl in der Vorbereitung des „Mauerfalls“ 1998 eben zeitgemäße Mediatoren; Vermittler von Friedensmöglichkeiten und deren Umsetzung. Es wird immer auch Gegnern neben den Befürwortern geben.

Doch der Weg ist für die „gesamte Welt“ nur in der Entwicklung und Kenntnis gemeinsamer Betroffenheit wirklich erfolgreich zu bewältigen. Dabei ist es egal, ob in Themen der Gesundheit oder Krankheit, Reichtum oder Armut, Umwelt, Technik und Leben und auch im kleineren Rahmen persönlicher Gestaltung mit Streit- und Friedensoptionen. Mediation ist hier der zukunftsweisende Weg.

Dabei ist gute Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit allein der Schlüssel; das braucht menschliche, persönliche Selbsterfahrung, die Bereitschaft Konflikte zu transformieren und sich im Leben davon immer wieder zu überzeugen, dass Mediation eben auch eine Art der Heldenreise ist, ein Abenteuer sich selbst kennen zu lernen – immer wieder auch neu.

Hochsensible & hochbegabte Menschen können als neue Form von einer inneren Gelehrtheit aufgrund eigener  wachsender und lebendiger Reflexion in fast jedem Beruf Gutes wirklich erfolgreich leisten und auch als Bäcker, der die richtigen Zutaten nimmt für das Brot oder Koch, der alle Nahrungsmittel geschmackvoll für den Gaumen und das Auge zusammenfügt oder ein Sommelier oder Parfümeur eben die Ingredienzien erkennt und anderen Menschen nahebringt.

Es geht um Wohlbefinden für mehr Menschen in kleinen wie großen Gemeinschaften und Nationen; also wer kann das in zerfahrenen Arbeits- und Beziehungssituationen fast ganzheitlich begleiten? Ein selbsterfahrener, weitgehend urteilsfreier, neugieriger und offener, lernfähiger und lernbereiter Mensch, der bereit ist zu mediieren.

… vielleicht findet sich der eine oder andere Leser dieser Arbeit genau in diesem Feld und damit Antworten auf Fragen, die er schon lange beantwortet haben wollte.

Cornelia Rosina Wunder

Systemische Familienberatung

„Entwicklung und Veränderung der verschiedenen Familienformen bzw. über die Folgen/Herausforderungen von Familien mit hochbegabten & hochsensiblen Kindern

Tegelberg im Allgäu – Bild einer 5 jährigen Klientin -Thema des Coaching der Mutter mit der Antwort der Tochter: „Wo ist meine Heimat? Berge, Sonne, Haus mit Garage, Bäume, Seilbahn vom Tegelberg in Füssen und ein Engel, der alles beschützt“

„Entwicklung und Veränderung der verschiedenen Familienformen bzw. über die Folgen/Herausforderungen von Familien mit hochbegabten & hochsensiblen Kindern

Inhaltsverzeichnis

  1. Einführung – Merkmale von hochbegabten & hochsensiblen Kids
  • Was ist Hochsensibilität & Hochbegabung?
    • Hochsensible Kinder mitten im Leben – Kids erzählen von sich
    • Hochbegabung/Hochsensibilität und Alltagsfelder
  • Entwicklung & Veränderung der verschiedenen Familienformen –  Folgen/Herausforderungen von Familien
  • Fazit: Folgen/Herausforderungen von Familien mit hochbegabten & hochsensiblen Kindern

  1. Einführung – Merkmale von hoch.begabten & hoch.sensiblen Kids

Diese Merkmale sind generell für alle Kinder wichtig; doch für die hoch.begabten und hoch.sensiblen Kids um ein Vielfaches mehr in der klaren Erfahrung im Familienleben:

  • Äußere Ruhe führt zu innerer Ruhe, daher ist weniger ist oft mehr! Stress macht nervös und führt zu Gereiztheit und Schlafstörungen.
  • Überreizung vermeiden. Vollen Terminkalender klären und Aktionen an einem Tag oder in einer Woche reduzieren. Das Kind benötigt Ruhezeiten, um das Erlebte zu verarbeiten und innerlich zu sortieren.
  • Je gelassener und klarer die Mutter (der Vater) ist, desto entspannter ist das Kind!
  • Ein strukturierter Alltag und Rituale geben dem Kind Sicherheit – das Kind möchte auch einen berechenbaren Alltag, weil es andernfalls zu viele neue Impulse zu verarbeiten hat. Das kostet Zeit und Kraft oder führt zur Überreizung.
  • Holen Sie das Kind in seinen Gefühlen ab – das brauchen alle Kinder. Wenn ein Kind in seinen Gefühlen abgeholt wird, fühlt es sich verstanden und kann entspannen. Das ist viel wirksamer als jeglicher Druck, vor allem wenn ein Kind blockiert (ist/wird). So kann man sich viele nervige Diskussionen und  Kämpfe mit dem Kind ersparen.
  • Den Kindern helfen im Umgang mit Intuition und Empathie. Hochsensible Lastenträger-Kinder neigen dazu, sich die Nöte der Familie, der Freunde, sogar die Nöte der Natur oder der Welt aufzuladen. Helfen Sie dem Kind, seine Verantwortung zu begrenzen, Informationen zu sortieren und zeigen Sie ihm, wie es sich schützen kann.
  • Respektvolle Kommunikation, Lob und Anerkennung. Das hilft den Kindern, die eh dazu neigen sich als „Sonderlinge“ zu sehen und die oft Ablehnung erfahren, trotzdem ein gutes Wertgefühl aufzubauen.
  • Konflikten vorbeugen. Gute Regeln, klare Absprachen sind im Familienalltag nötig.
  • Klare, sichere Regeln und berechenbare angemessene Konsequenzen. Besonders hochsensible Kinder wollen wissen, was erwartet wird und welche Konsequenzen ihr Handeln nach sich zieht. Sie durchdenken die Situationen und entscheiden dann.
  • Was ist Hochsensibilität & Hochbegabung?

Hochbegabung oder Intelligenz hat mehrere wichtige Bausteine, die sich wie folgt unterteilen lassen; aufgrund der „Theorie der multiplen Intelligenzen“ von Howard Gardner:

  • Intellektuelle Intelligenz: Logik & Mathematik, Kognitivität, Analytik & Sprachlich-Linguistische Intelligenz (number smart – word smart – picture smart)
  • Emotionale Intelligenz: Sensitivität, Sensibilität, hohe Sensorik (nature smart – music smart – body smart – picture smart – word smart – self smart)
  • Soziale & Interpersonelle Intelligenz : Empathie bis Telepathie (people smart – nature smart – body smart – self smart)
  • Intrapersonale Intelligenz (self smart – music smart – body smart – picture smart); körperlich-kinästhetische Intelligenz, Bildlich-Räumliche Intelligenz, Musikalisch-Rhythmische Intelligenz.

Hochsensibilität oder Hochsensorik sind also Elemente von vielfältiger, hoher Intelligenz und entsprechen persönlichen, wesentlichen Eigenschaften als normaler, menschlich-natürlichen Veranlagungen. Derzeit sind ca. 12 Millionen Menschen in Deutschland hochsensibel; davon sind derzeit ca. 3 Millionen Kinder. Weitere ungefähr 3 Millionen Menschen sind  rein logisch-hochbegabt; 1,5 Millionen sind davon Kids.

Hochsensibilität ist mit allen Facetten als ein Element von hoher Begabung zu werten. Diese anteilig große Anzahl von Menschen mit der Fähigkeit sensorisch prozessorientiert sensitiv zu sein und damit sehr detailliert sehr vieles zu erfassen, werden der Gruppe „Wahrnehmungsbegabtheit“ zugeordnet. Im Einzelfall kann diese Fähigkeit medialen Fähigkeiten – gerade bei Kindern – entsprechen und sind daher alles andere als esoterisch wie  Medialität in dem Bezug auch meist verunglimpft wird. Wahrgenommen wird von hochsensiblen & hochbegabten Menschen der gesamte Kontext, in dem sein Gegenüber lebt – all seine Geschichten, Gedanken- und Glaubensmuster, die dann sein individuelle Lebensgeschichte formen.

Auf der anderen Seite der Skala für sensorische  Wahrnehmungsbegabung oder sensorische prozessorientierte Sensibilität finden sich Gefühlsblindheit bis Gefühlsausdruckslosigkeit oder Gefühlsunerfahrenheit (Alexithymie belastete Menschen) und damit verbundener Gefühlsorientierungslosigkeit; das betrifft ca. 13 Millionen – Zahl steigend plus ca. 51 Millionen (Narzissten & Kopfmenschen: 17 % Frauen, 45 %  Männer) und stehen Hochbegabung in Verbindung mit Hochsensibilität/Hochsensitivität gegenüber bzw. dazwischen ist die Menge an Menschen, die „robuster“ wirken und teilweise auch sind mit deutlich reduzierter Sensorik und zwischen Mitgefühl und Empathie-Minimalismus stehen.

Obwohl langsam auch in populären Zeitschriften die Gesellschaft für diese Themen sensibilisiert wird, gibt es viele Fragen oder Unsicherheiten bei Menschen, die selbst hochsensibel & vielfältig-hochbegabt sind oder vermuten, diese natürlichen Wesensmerkmale zu haben. Oder auch, wenn KollegINNen, Partner oder  eigene Kinder diese wesentlichen unveränderlichen Merkmale – ähnlich der Augenfarbe oder Hautfarbe – mitbringen,  braucht es Kenntnis über Herausforderungen & Möglichkeiten sowie Mut der mit diesen Fähigkeiten ausgestatteten den anderen „Normalos“ zu begegnen; auch zu sich selbst bzw. diesen KollegINNen, Partnern und Familienmitgliedern zu stehen und sie eben auch anders als „normal“ wertzuschätzen.

Familienangehörige oder Lehrer und Ausbilder, Ärzte, Psychologen und Berater wie Anwälte stehen dann auch gelegentlich vor einigen Herausforderungen und müssen auch mit (noch) Unbekanntem umgehen lernen (wollen).

„DIE Hochsensibilität“  gibt es schlichtweg nicht; dennoch pauschale Merkmale. Hochbegabung – multiple Intelligenz – hat als weitere Elemente die Vielfältigkeit von Hochsensibilität, hoher Sensorik, Scannerfunktionen beim Erfassen einer Situation ebenso wie beim Lesen und Hören – Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung.

Emotionale Betroffenheit oder wie auch langfristige Belastung und traumatische Erfahrungen können das Leben beeinflussen und in der Folge ganz anders wirken. Hochsensible & Hochbegabte finden individuell innere Stabilität finden, wenn ihnen bewusst ist, dass ihr „Anderssein“ (auch) normal ist und ihre Harmonieorientierung kann gut innerhalb Konfliktgestaltung wirken, sofern sie ihre oft unterstellte  „Konfliktscheuheit oder Konfliktunfähigkeit“ selbst definieren und entdecken, dass sie kämpferische und gerechte Elemente leiten können wie auch ihre feinste Empathie bis Telepathie in den einzelnen Situationen.

Für den Fall von sehr belastenden Erlebnissen und Aussagen, muss ein hochbegabtes-hochsensibles Kind alle damit verbundenen Facetten wie in einem Cluster oder einer Dominoreihe gleich, gleichsam berühren und aufdecken und neu sortieren. Das ist ein intensiver Prozess, der viel Zeit und Geduld erfordert von allen Beteiligten, die diesen „Heilungs- und Wieder-Ganz-Werdungsprozess“ begleiten. Da diese Kinder über alle Kanäle „VAGOK“ (visueller, auditiver, gustatorischer, olfaktorischer, kinästhetisch-haptischer Sinn) kann es wichtig sein auch diese mit einzubeziehen bzw. die Offenheit als Coach oder Beraterin zu haben, der Aussprache und Erzählung dann auch Raum zu geben; evtl. etwas mehr Zeit als bei robusteren Kids.

  1. Hochsensible Kinder mitten im Leben – Kids erzählen von sich

„Man mag das Laute, Schnelle, Hektische des 21. Jahrhunderts beklagen – entkommen kann man ihm kaum. Neben dem Ausgleich der Überreizung ist es deshalb auch wichtig, dass Ihr Kind es lernt, schwierige Situationen von Zeit zu Zeit (!) auszuhalten“ (Julie Leuze Autorin „Empfindsam erziehen“, Mutter, selbst hochsensibel)

  • Selbstwertschätzung

„Ich bin natürlicherweise ein Mittelpunkt im Familienleben ähnlich wie meine Geschwister – jeder hat Raum. Ich habe wundervolle Menschen um mich herum und ich bin ein guter, treuer Freund/gute treue Freundin. Ich habe keine Vorstellung davon eine Tochter, ein Sohn zu sein – ich bin ein Mensch voll und ganz, ganz einfach echt – Rollen gibt es keine! Wenn mich ausserhalb meiner Familie jemand lächerlich macht oder mich für „verrückt hält“ fühle ich mich schlecht, komisch und anders – ausgegrenzt. Das kann dazu führen, dass ich mich zurückziehe oder auch wütend werde, um mich zu verteidigen. Wenn ich erlebe, dass meine Freunde mehr wert sind als ich, bin ich traurig und werde „leise“.

Mama und Papa stärken mich damit, dass sie zu mir stehen, mal zwinkern und lächeln und mich liebevoll knuffeln und in den Arm nehmen. Körperliche Berührungen und Freundlichkeit geben mir Sicherheit und Geborgenheit; ein gutes Nest ist wichtig für meine Entwicklung. Risiken? Schaue ich mir detailgenau an, sichere mich und wenn ich das Gefühl aus mir heraus habe, den Durchblick zu haben, riskiere ich neue Schritte.

Es ist nicht wichtig für mich, dass ich übermässig gehätschelt oder in Watte gepackt zu werden, es ist wichtig für mich zu fühlen, dass ich geliebt und wertgeschätzt bin, nicht für das was ich mache, sondern für das, was ich bin. Dass meine Talente und Begabungen (meine innere Stärke) gefordert werden und meine Schwächen (zum Beispiel, wenn ich hektisch werde) einfach akzeptiert wurden, ohne mich verändern zu müssen. So kann ich täglich lernen, wie bedeutsam es ist, sich selbst als wichtig und etwas normal Besonderes anzunehmen. Das ist nicht das Thema von Angeberei, sondern hat die Bedeutung sich selbst zu mögen. Und es ist sehr wichtig, die eigenen Begabungen als etwas Tolles zu sehen und zu schätzen- Selbstwertschätzung. Besonderheiten, die ich an mir mag und meine Begabungen, Talente und Fähigkeiten machen mich besonders und einzigartig- zusammen alles Elemente meiner Persönlichkeit.

  • Sich auf neues freuen

Ich bin aufgeschlossen für neues und begeistere mich schnell für vieles. Ich bin dann „Feuer und Flamme“, aufgeregt und will ganz schnell all das zu lernen, das ich wissen muss; ich kann und will alles richtig machen und dazu lasse ich mich dann ganz auf das Thema ein. Ich bin gut, in den Dingen und Themen, die mich begeistern. Ich bin ein Wissenschaftler.

Manche Mitschüler sind dann auch neidisch und eifersüchtig, werden gar gemein zu mir; das macht mich traurig und nimmt mir auch Kraft, macht mich langsamer als ich eigentlich bin. Wenn ich sehr traurig bin, möchte ich dann auch nicht mehr an diesen Ort oder zu diesen Menschen – weil dann meine Freude weg ist.

Am besten bin ich, wenn ich null Druck habe und einfach aus der Freude an dem Projekt arbeiten kann und dann vergesse ich auch die Zeit (vergesse zu trinken oder eben zu essen und werde müde oder bekomme dann auch schlechte Laune).

  • Wohlfühlen & Geborgenheit

„Liebe, Zuneigung, Geborgenheit kann man nicht kaufen. Es sind wertvolle und kostbare Gefühle, die einen aus dem Herzen geschenkt werden. Ich brauche mein eigenes Reich in meinem Zuhause, in dem ich mich erholen kann, reflektiere und auch meditiere – in mein inneres Reich, in dem ich wirklich geborgen bin und auch für „kniffelige“ Situationen dann gute Lösungen finde oder ich frage meine Mutter oder meinen Vater, wenn ich spüre, dass sie in diesem Bereich meiner Fragen bei ihnen Antworten finde.

Ich akzeptiere keine Meinungen und auch Aussagen oder Erwartungen, dass ich funktioniere, wenn ich spüre, dass der Mensch mir gegenüber unehrlich ist, nur einen Teil der Wahrheit sagt und etwas verschweigt oder auch selbst etwas nicht können und von mir verlangen, dass ich es so machen soll wie sie sich das dann vorstellen. So lerne ich auch mir und meiner Intuition zu vertrauen und misstraue daher anderen. Ich kann für Harmonie auch meine Intuition zurückstellen; allerdings geht es mir dann innerlich schlecht und dann werde ich auch krank, weil ich nur so mitteilen kann, dass ich meine Wahrheit unbewusst lebe. Manchmal mache ich das auch, um meine Mutter oder meinem Vater Gutes zu tun, wenn einer gestresst ist oder eben auch unfähig mit Schmerzlichem, Leid oder Krisen um zugehen; dann strenge ich mich noch mehr an – leicht zu sein oder auch schon wirklich gross.

Ich kann führen – bin Klassensprecher und dabei leise sowie klar und gerecht – subtile & eloquente Dominanz.

Wenn ich dann auch immer wieder ins „Gefühlschaos“ komme – weil ich das Gefühl habe, dass unterschiedliche Meinungen anderer und deren Gefühle auch wichtig sind und dann durcheinander bin, brauche ich freundliche Worte, ruhige Plätze oder die Nähe und Zuneigung eines Menschen, den ich wirklich mag und der mich mag oder ich kuschle mich an meinen Hund (mein Haustier ist wichtig in meiner Nähe). Ich kann dann auch malen oder PC-Spiele wie World of Warcraft spielen (dann geht mein Ärger weg) oder ich gehe klettern oder reiten.

Streit meiner Eltern verwirrt mich und belastet mich enorm – ich übernehme dann gerne die Rolle des Streitschlichters, fühle mich in Mama/Papa ein und gebe ihnen Liebe und Geborgenheit oder auch Sicherheit. Das ist schwer, weil ich beide lieb habe.

Bei meinen Eltern gibt es klare Grenzen in unserer Familie und sie stellen Benimmregeln auf – Höflichkeit ist wichtig; sonst gibt es auch mal Ärger; allerdings ist keiner nachtragend (obwohl ich mich selbst an Streit und die Situationen sehr gut erinnern; sie beschäftigen mich und wirken irgendwie lange nach.“

  • Verständnis & Annahme

„Ich brauche Freiheit – dann habe ich gute Ideen, weiss was zu tun ist, fälle eigene Entscheidungen, weil ich clever, kreativ und schlau bin – ein Detektiv oder Wissenschaftler.

Ich kann auch wild sein, und laut, wenn ich spiele oder begeistert bin, allerdings bin ich nie grob – will niemand verletzen. Weil ich auch weiss, wie weh eine Verletzung tut, die mir ein anderer zufügt. Ich kann es kaum aushalten, wenn andere ausgelacht werden, sich über die Missgeschicke anderer schlimm lustig gemacht wird – manche Witze sind auch echt doof. Parallel dazu spüre ich wie die anderen sich dann schämen, wenn sie bloßgestellt und lächerlich gemacht werden. Ungerechtigkeit macht mich meist sehr traurig, ab und zu auch wütend.

Ich muss wissen, warum ich etwas tun oder lassen soll – einfach nur tun, was andere sagen, mache ich nicht, wenn es sich mir nicht erschliesst. Ich brauche die Informationen, um dann Dinge zu tun oder umzusetzen.

Da meine Eltern das auch wissen, unterstützen sie mich – eigentlich bin ich kein Kind, sondern ebenso erwachsen wie sie; wir sind gleichberechtigt. Das empfinde ich auch bei anderen Erwachsenen; nur verstehen das nicht alle. Manchmal sind Lehrer und Ausbilder hier ganz anders als im Verständnis oder Handeln.

  • Glück & Lebensfreude

Ich kann einfach glücklich sein aus mir heraus, dann singe ich, tanze oder freue mich darüber im Fechtclub zu üben, auf Turniere zu gehen und auch daran, wenn ein anderer gewinnt – zusammen sein macht Spass. Ich mag es auch geschätzt zu werden von den Größeren, die mich auch fördern.

Ich bin achtsam, aufmerksam und freue mich total, wenn mir etwas gelingt und ich damit auch andere überrasche.

Dann gibt es auch die „Chaos-alles-geht-schief-Tage“, dann verkrümle ich mich am Liebsten und ziehe mich zurück. Ich grüble darüber nach, was und warum etwas schief gegangen ist; Mama hat mir mal gesagt, dass „Fehler wichtig sind, um zu lernen“ und wenn es mir gut geht, kann ich das leicht verkraften. An diesen Chaos-Tagen geht das nicht so gut, dann habe ich große Zweifel und bin unsicher. Trost von Mama oder Papa oder meiner Freundin/meinem Freund kann ich dann gut gebrauchen.

(Eine mögliche, unterstützende Sicht: „So manche Situation scheint wie ein unlösbares Problem, beinah wie ein Berg zu sein. Dabei sind diese Situationen nur Aufgaben oder Herausforderungen im Leben, die man versuchen sollte zu lösen. Ungefähr so, als würde man diesen riesengroßen Berg besteigen. „Geht nicht, gibt es nicht“, wichtig ist, sich zu bemühen, eine Lösung zu finden und das Problem zu lösen. Wer den Gipfel des Berges erreicht und für das Problem oder die Herausforderung eine Lösung gefunden hat, darf ganz stolz auf sich sein und sich auch freuen. Es wurde eine Lebenslektion gemeistert und man durfte daran einiges lernen.“  Als Kind sollte man nie aufgeben oder an einer Situation und Aufgabe verzweifeln – auch wenn ich erst mal nicht weiss, wie etwas gelingt oder ich bin zwischendrin auch darüber total verärgert und für Erwachsene gilt das auch.)

Wut sollte man nicht herunterschlucken – als „Meckerziege“  kann ich einfach meckern oder eine Runde joggen oder rennen, um alles „abzuschütteln“. Dann kann ich wieder chillen und bekomme wieder Ideen.“

  • Sicherheit & Vertrauen

„Ich will alles richtig machen, super und perfekt. Doch manchmal gibt es auch Momente, in denen ich mir nicht sicher bin, ob ich etwas perfekt gemacht habe. Wenn ich unsicher bin, tue ich so als könne ich das nicht wirklich und lasse es dann ganz und gar etwas zu tun, weil ich stark verunsichert bin und hatte wenig Selbstvertrauen. Meistens kann ich alles gut und dann auch sicher. Dennoch möchte ich manchmal „unsichtbar sein“, wenn ich unsicher oder schüchtern bin und einfach wieder dann erst sichtbar, wenn ich weiss was ich kann – also, wenn mir das wieder einfällt, was ich eigentlich kann.

Neue Situationen sind auch manchmal bedrohlich und ich bekomme Angst, dann habe ich einen verkrampften Bauch, mir ist mulmig und manchmal auch übel. Und dann kann ich nicht wie auf „Knopfdruck“ funktionieren und geforderte Leistung bringen.

Ich habe oft Kopfweh, wenn ich so angespannt bin und dann fehlen die Ideen, die mir sonst leicht in den Sinn kommen. Ich fühle mich dann traurig.

Ich kann das gut überdecken, weil ich dann „cool“ bin; manche meinen auch ich sei arrogant. Es kann auch sein, dass mir „alles zu eng“ ist oder jemand viel zu nah und dann fühle ich mich unwohl und werde auch zappelig.

Außerdem ist es so, dass wenn einer etwas Blödes zu mir sagt oder unfair ist, dann fühlt sich mein Herz so an, als wäre es hinter einer Eisentür verschlossen. Ich bin dann nicht mehr so offen und freundlich, sondern verschlossen, um mich und meine Gefühle zu schützen.

Ach, am wohlsten fühle ich mich mit Älteren, die mindestens 3 bis 5 Jahre älter sind oder Erwachsenen; andere Kinder sind kindisch – da ist keine Qualität in Gesprächen.

Wenn ich erschrecke, weil mich einer anschreit oder anfasst, den ich nicht mag, bin ich erst mal verwirrt und durcheinander, weil mich das wie eine übergroße Welle überrollt. Dann bin ich wie unter einer „Nebelglocke“ und will am liebsten nur meine Ruhe haben. Das gilt auch, wenn ich nicht mehr mag, weil ich fertig bin, dann höre ich auf mitzumachen oder werde wütend – ich darf oder kann nicht sagen, dass ich erschöpft bin. Ich bin kein sturer Bock oder ein Esel; bei diesem Stress wird mein Kopf leer und ich fühle mich dann ziemlich verloren und hilflos, kann das allerdings nur selten sagen. Bei viel Stress bekomme ich Durchfall, das ist dann als würde ich essen und alles rutscht durch.

Wenn ich zu viele Gedanken im Kopf habe, bin ich müde und bin vor lauter denken echt „im Hirn“ überlastet und überdreht; das macht mich dann leer und fertig.

  • Mitgefühl

Ich mag alles andere als ruppig angesprochen werden; klare Sprache – nicht monoton oder soldatisch – mag ich und darauf reagiere ich. Anschreien geht gar nicht, dann schalte ich ab.

Ich bin ein „Seismograph“, fein wie eine Pusteblume, nehme mit meinen Schmetterlings-Antennen alle Gerüche, Geräusche, Eindrücke und Gefühle auf von anderen Menschen auf und auch von Tieren. Ichbrauche einen Menschen, dem ich alles erzählen kann, was ich da aufgenommen habe; manchmal schreibe ich dann auch Geschichten, dann geht das aus dem Kopf.

„Wildfang mit viel Gefühl“  oder „Delphin im Wasser“, da wo ich in meinem Element bin, da bin ich endlos frei und dabei. Ich erlebe viel, dass ich zwei Seelen in der Brust habe, weil ich mich verstehe und den anderen – dann komme ich echt in einen irren Konflikt, weil ich gerne bei dem anderen bin tröstend oder Witze machend. Nur stehe ich dann irgendwie „leer“ rum, wenn ich das tue.

Ich merke, dass mich viele Menschen mögen, ich bin ein „Sonnenschein“ sagen viele Menschen. Ich schütze Menschen, Tiere und Pflanzen. Ich mag kleine Kinder sehr gerne und die mögen mich auch; ich bin wie ein „großer Bruder“ obwohl ich eigentlich keine Geschwister habe.

  • Hochsensible Wahrnehmung

Auf einen Blick erkenne ich was mit einem anderen los ist, ich sehe das oder merke, dass als wäre ich der andere Mensch. Es fällt mir schwer auszuhalten, wenn es dem anderen schlecht geht und ich nichts für ihn tun kann- eigentlich geht mich das nichts an. Das ist manchmal, wie ein Sog und dann muss ich mich dagegen stemmen mit ganz viel Kraft – ein anderes Mal „flutsche“ ich einfach in seine Welt und bin dann wie dieser Mensch. Das ist mal komisch und mal interessant.  Wenn andere geärgert werden, empfinde ich das als doof, unfair und ungerecht.

Selbst mag ich auch nicht in die „Enge oder Ecke gedrängt werden“. Ich wurde schon heftig geärgert und von Mitschülern bedrängt- gemobbt- weil ich nicht so war wie sie wollten (also ihre Hausaufgaben machen oder sie abschreiben lassen bei Proben). Dann zieht sich mein Herz zusammen und ich spüre dann ganz viel Angst, kann nicht atmen und bekomme Bauchweh; dann fühle ich mich mutlos, machtlos und klein – das ist ein furchtbares Gefühl. Ich lasse es deswegen mit anderen Kindern so umzugehen und ihnen so weh zu tun.

Ich bin echt sensibel, aber kein Weichei – ich bin mutig, weil ich jeden Tag neu in die Schule gehe – solange offen wie ich kann oder bis ich gezwungen bin mich zu schützen und schlechte Erfahrungen auszublenden.

Im Wimmelbuch nehme ich ratzfatz den „Fehler“ wahr, das geht mir auch so in vielen anderen Situation – ich „schieße“ dann auch oft mal raus damit und das kommt nicht immer gut an, aber was soll ich machen, wenn ich das eben erkenne und andere gar nicht oder auch so im Schneckentempo langsam. Ich nehme auch das wahr was am Rand passiert – ganz oft sind meine Sinne total klar, meine Mutter meint „ich höre das Gras wachsen“, was mich auf die „Palme bringt“, weil ich das gar nicht will. D.h. ich muss mich dafür nicht anstrengen, ist „ wie den Radiosender“ verstellen. Manchmal komme ich mir vor wie „ein Schwamm“ oder im „Karussell“ und obwohl ich das mag, wird mir dann auch schwindelig und übel. Wenn ich dann sitzen muss, werde ich hippelig – kann nicht still sitzen – manchmal denke ich dann ein „Laufband“ in der Schule wäre gut und wackle mit den Beinen oder schieb mir einen Kaugummi rein und kaue ganz schnell.

Menschen, die stinken mag ich nicht, sie sind mit unheimlich.

  • Miteinander

Ich kann echt gut allein sein und fühle mich mit mir wohl; mag auch gerne kuscheln. Ich mag Bewegung und Sport, bin auch mutig; manchmal echt auch ein Pionier. Mit anderen lache ich gerne und mag es auch, wenn es einfach Spass zu haben – gilt auch für Tanzen und Singen.

Nach so einer Zeit mit anderen Kids, brauche ich dann wieder mein Zimmer, wo ich für mich sein kann.

Ich mag nicht von fremden Menschen einfach so angefasst werden; ich will das selbst bestimmen. Das verstehen meine Eltern auch oft nicht, weil sie glauben, dass mich eine Tante umarmen und küssen darf. Oder es hat gedauert, bis meine Eltern akzeptiert haben / mich unterstützen, dass ich auch „Nein“  sage zu Umarmungen.

  • Selbstbewusstsein – Ich bin… / habe …
    • … einfühlsam und sensibel
    • … intelligent, denke schnell und lerne auch schnell – wiederholen ist langweilig und bringt mir nichts
    • … fotographisches & fühlendes Gedächtnis
    • … interessiert an Abenteuer
    • … ein guter, fairer Freund
    • … fröhlich, lustig und auch sehr ernst
    • … kreativ, spontan und habe viele Idee – auch ungewöhnliche
    • … achtsam, aufmerksam und beobachte vieles zugleich
    • … meist ausgeglichen und auch manchmal auch „ausser mir“
  • Leben mit Hochsensibilität

„ … eigentlich weiss ich wer ich bin und daher interessiert mich weniger, was andere denken. Bin ich unsicher, dann ist genau das für mich wichtig und wie ein „Leuchtturm“  aus so einer gefühlten „Dunkelheit“ wie Ablehnung, Auslachen, Mobbing. Wichtig ist mir, dass ich immer ein Stück Freiheit habe, ohne eingeengt zu sein oder „wie ein dressiertes Pony“. Ich bin ich und wertvoll und eben nicht wie die anderen und nur funktionieren ist öde. Ich kann für mich einstehen oder andere verteidigen bei Ungerechtigkeit und da ist es egal, ob das Mitschüler oder Lehrer oder Eltern sind. Ich fühle, ob andere „echt“ sind und Herz haben – das finde ich gut. „Unechte“ Menschen lehne ich ab, da fällt es mir schwerer höflich zu sein; gelingt aber mit dem Gefühl, dass „ICH lüge“. Ich kann die „unechten Menschen“ auch nicht scannen, da ist alles wie „zu oder kalt“ und keine Tiefe.

1.2. Hochbegabung/Hochsensibilität und Alltagsfelder

„Auf der einen Seite ist das hochsensible Kind und auf der anderen Seite ist die Welt wie sie ist“ (Rolf Sellin, Experte für Hochsensibilität)

Einige Merkmale hochbegabter & hochsensibler Kinder:

  • feine Antennen für Stimmungen
  • mitfühlend, intuitiv, empathisch
  • reichhaltiges Gefühlsleben
  • umsichtig und gewissenhaft
  • gründliche & detaillierte Informationsverarbeitung
  • leicht erregbar, schreckhaft, leicht zu überstimulieren
  • schmerzempfindlich, Neigung zu Allergien, manche Medikamente vertragen sie nicht
  • mögen eher keine Wettkämpfe (besonders Introvertierte HSL), extrovertiert bei dem was sie wirklich mögen und wovon sie überzeugt sind aus voller Begeisterung*
  • eher scheu – sie stehen nicht gerne im Rampenlicht*

Hochsensible können ganz schön auf die Pauke hauen – Wer nun aber denkt, hochsensible Menschen seien immer zarte Wesen, zurückhaltend und still, der irrt, denn „Hochsensibilität bedeutet in erster Linie, Eindrücke und Reize weniger zu filtern, intensiver wahrzunehmen und gründlicher zu verarbeiten. Hochsensible Menschen können wütend und hochfahrend sein wie andere Menschen auch“. Sie können „ganz lieb und friedlich sein, explodieren aber sehr leicht und plötzlich. Manche implodieren auch.“

Ruhe und feste Strukturen helfen Babys und Kleinkindern – Hochsensible Babys registrieren alles und reagieren sich dann auf die Einzige ihnen zur Verfügung stehende Art ab: Sie schreien. Besonders auffällig ist, dass sich diese Säuglinge keinesfalls einfach so ablegen lassen und dass sie Tag und Nacht intensive Nähe einfordern und schlecht schlafen. Vor allem dann, wenn der Tagesablauf nicht immer gleich strukturiert ist. Auch bei den Klein- und Kindergartenkindern erreicht man mit äußerer Ruhe die größte innere Ruhe. Das beginnt schon beim Kinderzimmer und der Wirkung von Farben und Mustern. Ratsam ist wenig Spielzeug an festen Plätzen, übersichtlich und geordnet, damit nach einem spielerischen Durcheinander die Ordnung schnell wieder hergestellt werden kann.

Hochsensibilität: Merkmale im Kindergartenalter – Gerade der Eintritt in den Kindergarten ist für hochsensible Kinder nicht einfach. Viele reagieren mit Rückzug, andere mit Angriff, kennen oft das richtige Maß zwischen Nähe und Distanz noch nicht. Wenn es nicht möglich ist, eine Einrichtung zu wählen, in der die Reizüberflutung einigermaßen gering gehalten wird, dann müssen die Eltern dafür sorgen, dass die Überreizung auch wieder abgebaut werden kann. Hinzu kommt der Rat, zu viele Unternehmungen in der Freizeit zu meiden, auf verpflichtende Kurse zu verzichten und von Frühförderung möglichst Abstand zu nehmen. Die Kinder sollten auch nicht zu viel fernsehen oder mit dem Handy spielen. Am besten ist es, die Überreizung mit spielerischer Bewegung in der Natur auszugleichen. Ältere hochsensible Kinder sprechen auch sehr gut auf ostasiatische Sportarten an, weil hier nicht der Wettkampf im Mittelpunkt steht, sondern das Zentrieren der Energie – Struktur in den Alltag bringen bedeutet gleichzeitig eine Absage an allzu viel Spontaneität.

Umgang: Wie Eltern ihr hochsensibles Kind unterstützen können – Hochsensible Kinder werden von anderen Kindern nicht selten zunächst einmal abgelehnt. Sie sind keine Gruppenmenschen, verbringen viel Zeit mit Beobachtung und suchen eher Eins-zu-Eins-Kontakte. Ist man sich über die Hochsensibilität des Kindes im Klaren, kann man es gezielt unterstützen. Spätestens beim Schuleintritt, den man bei hochsensiblen Kindern nicht zu früh wählen sollte, sind die Kinder gezwungen, sich dem System anzupassen. Dann brauchen sie umso mehr Verständnis zuhause. Ein langsamerer Lebensrhythmus, viele Ruhepausen und Rückzugsmöglichkeiten ermöglichen ein gutes Durchkommen.

Hochsensible Mädchen passen besser ins System – Trotz Elternzeit für Väter, den „Softies“ der Achtzigerjahre und metrosexuellen Superstars: Nach wie vor schreiben wir Jungen andere Eigenschaften zu als Mädchen. Hochsensible Jungs fallen daher schnell aus dem gesellschaftlichen Raster. Viele Eltern stellen sich die bange Frage, wie der sensible Junge das Leben wohl meistern wird. „Wenn sie gelernt haben, zu sich und zu ihrer Veranlagung zu stehen und gut damit umzugehen, dann müssen sie es nicht schwerer haben als Mädchen“. Andere Erfahrungen gibt es allerdings auch;  um mit anderen Jungen zu spielen und dazugehören zu dürfen, passen sich viele hochsensible Jungen den starken Typen an. Oft wird die ganze Sensibilität dafür eingesetzt, geduldet zu sein, um nicht zur Zielscheibe zu werden.

Das ideale Opfer schwieriger Eltern – Hochsensible Kinder können autoritäres Verhalten oder gar Demütigungen noch schwerer ertragen als andere. Bei ihnen kommt man am besten mit Humor und Fantasie weiter. Trotzdem sollte man Grenzen setzen. Gerade Eltern, die selbst hochsensibel sind, versuchen ihr Kind vor der Außenwelt zu bewahren, tun ihm damit aber keinen Gefallen. Genauso wenig wie Eltern, die die Hochsensibilität falsch deuten und ihrem Kind, das bereits sehr verständig wirkt, zu viel Verantwortung aufbürden. Hochsensible Kinder sind das ideale Opfer ihrer schwierigen Eltern – problematisch wird es, wenn die Familie die Besonderheit gar nicht erkennt, nicht in der Lage ist, damit umzugehen oder noch schlimmer, wenn das „Anderssein“ negativ bewertet wird und ein Anpassungsdruck erfolgt. 

Wenn die Seele sich wehrt, wird der Körper oft krank – Hochsensibel zu sein, bedeutet nicht, dass man eine Störung hat oder gar krank ist. Aber man kann durch die Hochsensibilität krank werden, und zwar dann, wenn sie nicht wahrgenommen wird. Steht das hochsensible Kind in einem dauernden Konflikt mit seiner Umgebung und fühlt es sich dadurch unverstanden, dann kann das psychosomatische Folgen haben. Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Anfälligkeit für Infekte, Allergien, später auch Suchtprobleme sind häufig.

 

  • Entwicklung & Veränderung der verschiedenen Familienformen –  Folgen/Herausforderungen von Familien

Systemische Familienberatung bedeutet anzuerkennen, dass „Familie“ sozial-kognitiv wie kommunikativ in Systemen lebt und zu betrachten ist – erst mal wertungsfrei. Welche Verhaltensweisen und Gespräche davon dann positiv sind oder negativ, steht in zweiter Linie – ggfs. eben dann auch Eingriffsberechtigt bei Missbrauch durch Institutionen wie Kinder- und Jugendamt, Justiz, Ärzte usw.

Jede Kommunikationsform – verbal und nonverbal – fließt in das gesamte Familiensystem ein, beeinflusst bewusst und unbewusst. In ganzheitlicher bzw. systemtheoretischer Sicht bedeutet dass, das Familiensysteme die „Balance von Variablen, die die familiale Kohäsion ausmachen und die Auswirkung von Ungleichgewicht auf dies zu beobachten sind und die kommunikativen Regeln, die einzeln Familienmitglieder oder das ganze System in Schwierigkeiten bringen.“

Dazu ist es höchst bedeutsam, dass der Berater einfach wertungsfrei beobachtet wie sich die Situation zeigt. Dabei ist zu beachten, dass das Gedächtnis jeden einzelnen Menschen in seiner Lebensgeschichte die Referenzpunkte/Bezugsmöglichkeiten – Geschichte des beobachtenden Systems eines Menschen (auch als Zeuge/Bezeugender von Situationen zu verstehen) liefert. Wobei neue Situationen neue Erfahrungsparameter bringen und Referenzpunkte dann überprüft werden müssen bzw. katalysiert dann integrierend wirken. Das gelingt im Rahmen von persönlicher Identität und/oder CI, die Unternehmens-, Institutions- oder auch Traditions- und  Sippenbezogen familiär ist. Letztere Punkte liefern, dann auch Konflikte, die persönlich wie gemeinschaftlich evolutionär förderlich sein können. Cave!!!: das kann auch selbstreferentiell aus- und abschließend gegenüber fremden Ideen und Impulsen wirken, nach dem Motto: „ das haben wir noch nie so gemacht“! Genau das macht die Integration von Hochbegabung/Hochsensibilität in ihrer Werthaltigkeit auch teilweise so schwer.

Das Familienbild ist in Deutschland schon länger im Wandel, allerdings schon immer „bunt und vielgestaltig“: durch das „Gesetz über die Aufhebung der polizeiliche Beschränkung der Eheschließung“ (1868) wurde erstmalig erlaubt, dass alle Burger unabhängig von ihrem gesellschaftlich-sozialen Status heiraten durften. Bis dahin war die Heirat gekoppelt an das Bürgerrecht sowie an Erwerbs- und Vermögensnachweise. Vollbauern, Großbürger heirateten mit dem „Segen der Kirche“, während finanziell minderbemittelte Arbeiter, Hauspersonal, Lehrer, Vagabunden und Taglöhner eben in „wilder Ehe“ miteinander lebten.

Es gab über 100 Jahre eben das „liberale Bildungsbürgertum“ mit auch Hausangestellten, die die Familie mehr oder weniger erweiterten. Durch die Industrialisierung und beginnende Technisierung entstanden mehr Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten. Bis auf die in der Stadt lebenden alleinerziehenden Mütter, die arbeiteten, war generell der Mann der Ernährer und die Frau dann sozialgesellschaftlich engagiert. Arbeitend waren die sozial unteren Randgruppen in ersten Fabriken. Durch Kriege veränderten sich die Familien, weil Männer nicht mehr zurückkamen und im Krieg gestorben waren. Oder die körperlich verletzten und mental und seelisch traumatisierten Männer kamen zurück in eine Gesellschaft, die zu mindestens nach dem 2. Weltkrieg durch die „Trümmerfrauen“ schon in weiblichen wesentlich autarker und selbständiger waren als Frauen nach dem 1. Weltkrieg, 2oer Jahre-Aufbruch der Emanzipation und Drittes Reich – mit Wiederbelebung eines Mutterkultes, um Männern auch wieder Platz einzuräumen, den sie im 1. Weltkrieg verloren hatten und der damit verbunden Rückentwicklung von emanzipierten Frauen.

Zwar schloss sich in der Fragehaltung ab der 50er bis 70er, ob die Ehefrau arbeiten dürfe und damit ihren Mann fragen musste – Patriachat – an bzw. die Wohlstandsgesellschaft mit enormen Scheinwelt-Harmoniebedürfnis (siehe Filme von Kino und TV von „heiler Familienwelt“ in den 50ern/60ern) eine Möglichkeit für Frauen auf und die damalige Emanzipation war aggressiver, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Das Scheidungsgesetz basierte bis in die 70er auf der „Schuldfrage“, die eindeutig zu Lasten von Frauen ging und in noch stärkeren Abhängigkeitsverhältnissen lebten – einiges erdulden mussten bis zum eigen Tod oder dem ihrer Partner unter dem Ehemotto: „Lebenslang“. Die andere Lebensform gestaltete sich mit überwiegend alleinerziehenden Müttern und den Schlüsselkindern, die pauschal eben schneller autark werden mussten als Kinder in Familien. Wobei heute eben auch alleinerziehende Väter die Familienlandschaft ergänzen, neben bestehenden Erst.Familien und folgenden Patchworkfamilien.

Die gesellschaftliche Evolution schritt voran und Trennungsmöglichkeiten wurden auch für Frauen leichter, dennoch auch mehr Belastung kam auf sie zu. Karriereschritte waren und sind für Frauen immer noch schwerer als für Männer. Damit erfolgt dann auch die Öffnung in Betreuung der Kinder durch Fremde in Kindergarten, Nannys und Nachbarn, was dann auch neue, unbekannte Familienstrukturen eröffnete, konfrontiert und neue Integrations- und Lernprozesse fordert und fördert.

Die Lösbarkeit von Ehe zog die Veränderung der Familienstruktur nach sich: Grundge-danken und Wünsche bleiben erhalten (siehe auch Maslowsche Bedürfnis-pyramide), die Liebe hat sich bis heute mehr romantisiert-idealisiert (Traum & Sehnsucht innerhalb rasend schnellen Kommunikationsmöglichkeiten – wo gibt es für Kinder & Erwachsene Halt und ein Geborgenheitsgefüge?!) als dauerhaftere Suche bis das Finden gelingt, weil das Grundgefüge von Familie sich eben auf „Vater-Mutter-Kind“ bezieht – heterosexuell wie gleichgeschlechtlich – und immer mehr ohne Grosseltern, die eben selbst jung sind und ein eigenes Leben haben oder nach tatsächlicher oder vermeintlicher „Aufopferungstendenzen“ lieber im Alter frei sind und daher aus der Großfamilie eben die Kleinfamilie gemacht haben.

Also gilt heute mehr denn je „so lange bis die Liebe weg ist“ oder „,wenn die Kinder ein bisschen größer sind oder gar aus dem Haus, …“ erfolgt Trennung. Die Ereignisse, die Trennung und Scheidung nach sich ziehen sind, sind erst mal erschütternd bis erlösend – je nach Erlebniserfahrung und -interpretation. Bei Scheidung kommen die Rechtsverfahren klarer in den Vordergrund, und die Abgabe von Verantwortung an einen Dritten; bei freien  Lebensgemeinschaften ist die Trennung scheinbar einfacher und wird ggfs. über Mediation geregelt.

Die neu entstehenden und entstanden Patchworkfamilien funktionieren – verbal & non-verbal – in den vertrauten und bekannten Familieninformationen, – strukturen und Familienbotschaften. Ausser die Eltern haben schon persönliche Entwicklungsschritte und integrierte Anpassungsinhalte in die neue Partnerschafts- und Familiensituation mitgebracht; dann werden bestimmte Konfliktkonstellationen schneller und einfacher durchlaufen; gerade auch auf Partnerebene, was sich positiv auf die gesamte Familie auswirkt.

„Veränderungen eines sozialen Systems können nur aus einer Veränderung der das System konstituierenden Kommunikationsmuster, -regeln und Semantiken erfolgen.“

Das bedeutet, dass mit der besseren Ausbildung in Schulen – ein Kind, dass eine bessere Wortwahl als ein Elternteil- schon unbekannte und unbewusste Konfliktthemen in die Familie trägt. Unter- und Überlegenheitsimpressionen entstehen bzw. aktiviert werden, weil jenes Elternteil eine andere Schul- und Ausbildung hat. Sprachgewohnheiten und Verhaltensweisen, die das Kind in der Schule lernt, sind dann in einer anderen – z. T. geschulten neuen Qualität, die entweder durch Eltern abgeblockt wird oder eben auch dann neu integriert wird bei bestehender Offenheit.

Verstehen und Verständnis sind dann von beiden Seiten wichtig bzw. von dritter Seite bei Lehrern und Beratern, die evtl. dann eben auch mit eignen Erfahrungen bei ihren Entwicklungswegen positiv gelassen oder negativ-belastet reagieren und werten. Ein Berater/Lehrer, der den Konflikt vom „Arbeiterkind zum Akademiker“ unbewältigt hat in eigenen Abstammungskonflikten wird anders begleiten als ein Berater/Lehrer, der das getan hat bzw. offen ist, für diese Konflikte und Lösungen.

„Auffälligkeiten und Symptome haben einen Sinn innerhalb des jeweiligen familialen Systems. Dies bedeutet, und das ist für die Arbeit mit Familien (auch im Leben mit meiner Familie; Anm. der Examenskandidatin)  außerordentlich wichtig die beobachtbaren Handlungen und Ereignisse sind immer Ergebnisse von unter den Handlungen liegenden Erwartungen und Motiven und der Kommunikation darüber.“

Einnässen, ist eine wichtige Mittteilung über Leid- und Trauererfahrungen, die nur so zum Ausdruck kommen, ebenso wie die Verweigerung von Schulleistung, die ein im Familiensystem bekannter Ausdruck sind, wo auch Worte fehlen. Das können auch innere Konflikte und Bedürfnisse der Eltern sein, die das Kind übernimmt, spiegelt und eben von dem jeweiligen Elternteil innerlich und äußerlich  – in Unbewusstheit oder Leugnung- dann in die Familie einfließen und von dem empfänglichen Kind auch ausgelebt werden.

Wenn dann ein Kind abgelehnt wird von der eigenen Mutter , ist die Forderung an die Mutter – eine Sisyphus-Arbeit -die immer wieder zusammenbricht. Frage ist dann, ob das Kind besser bei dem Vater lebt. Im Übrigen mussten die Gebrüder Grimm alle Mütterbeschreibungen in „Stiefmutterbeschreibungen“ in ihren Märchen umformulieren, da die damalige Zensur meinte, es dürfe keine leibliche Mutter so beschrieben werden. Heute ist dieses „unliebsame stiefmütterliche“ Verhalten eben nicht mehr tabuisiert und es wird offen behandelt.

Es gab und gibt Frauen, die Mutter werden, ohne eine Chance zur Mutter-Kind-Bindung sind bzw. nur fähig werden bei Aufarbeitung eigener Traumata – das ist Fakt, ebenso wie bei Vätern, die es lassen eine echte herzliche Verbindung aufzubauen. Gegenteile von empathisch gesunden Müttern und Vätern gibt es auch – wichtig ist dann genau dieses Potential zu fördern, ggfs. auch bei Großeltern, durch Berater und Begleiter sowie Coaches.

Hier laufen dann auch die Ahnen- und Transgenerativen Themen ein, die berücksichtigt werden müssen oder dann auch ggfs. in Aufarbeitungsprozesse überführt werden sollten (s. Genogramm-Erstellung)

Die Herausforderung ist eben neben Berufstätigkeit, zu erkennen, dass es mehrere Berufungen gibt als PartnerIn, FreundIn, Mutter/Tochter, Vater/Sohn und Arbeitskollege/IN, usw. und dass diese Berufungen eben Zeit und Raum brauchen, ebenso wie die gesunde Zeit für sich selbst.

  • Folgen/Herausforderungen von Familien mit hochbegabten & hochsensiblen Kindern

„Kind empfindsam erziehen – aber nicht in Watte packen“

Vor 10 Jahren zu Beginn meiner Coachingarbeit mit hochbegabten & hochsensiblen Menschen hatte ich den Fall, dass ein älterer Mann ins Coaching kam, das ich aufgrund von Ausbildungen in alternativen Heilweisen und auch mittels medizinischer Grundausbildung mit Gespräch, Energiearbeit, Medialität und einer Meridianentspannungstechnik nach Bowen, ganzheitlich gestaltete.

Dieser  ältere Mann litt als Opa dann unter anderem auch darunter, dass seine neugeborenen dritte Enkelin etwa 3 Monate nach der Geburt an Lungenentzündung erkrankte. Diese Erkrankung des Kindes zog sich fast über 1,5 Jahre hin. Reisen ans Meer und nach Zermatt (Berge mit hohem Sauerstoffanteil regen die Blutkörperchen Bildung an und ermöglichen mehr O2 an die Eisenkörper im Hämoglobin zu binden; führt die Belastung durch die Entzündungswerte zurück).  Diese kurzzeitigen Erleichterungen förderten die Heilprozesse, allerdings brach die Nachhaltigkeit immer wieder zusammen. Da die Mutter berufstätig war, fuhren dann auch jener Opa mit seiner Frau und dem Säugling auch im Folgejahr weg; im Wechsel Meer und Berge. Ich fragte ihn dann intuitiv,  wer in der Familie noch lebte und welche Familienthemen es gab und erfuhr dabei, dass auch die Urgroßmutter (95 jährig) diese Kindes noch lebte.

Bei Nachfragen wie den die persönlichen Beziehungen der Frauen in dieser Linie seien, ergab sich, dass eine seiner Töchter (Tante des erkrankten Kindes) sehr viel Zivilcourage besaß und auch schon für ein fremdes Kind beim Jugendamt vorstellig geworden war (BWL studiert hatte, natürliche Humanität und Rechtsempfinden aufwies; sie hatte sich auch von ihrem Ehemann getrennt als „es nicht mehr ging“). Die leibliche Mutter des erkrankten Kleinkindes war selbst sehr sanft, fast selbstaufopfernd immer sehr „brav“ wie mein Coachee berichtete. Seine Frau (Oma) war ein verschlossener Mensch, hart und hatte kaum Verständnis dafür, dass ihr Enkelkind fast dauerhaft krank war; es gab viel Streit zwischen den Großeltern. Diese Oma hatte allerdings ein Problem mit ihrer 95 jährigen Mutter – sie hatte immer noch Angst vor ihr wie ein kleines Mädchen!

Entzündungen stehen in der Klassischen Traditionellen Chinesischen Medizin für das Thema „Wut“ und die Lunge für „Wachstum und Kommunikation“. Da die Oma dieses Kindes immer noch an ihre Wut und Ohnmacht gebunden war und alles andere als eine wirklich „liebevoll Erwachsene“ für sich selbst und ihren Partner bzw. ihre eigenen Kinder, konnte dieses Kleinkind erstmalig für das Symptom von Vernachlässigung, die die Oma erlebt hatte, falscher Wertigkeit von Frau-Sein und Mutterschaft aufmerksam machen. Hinzu kam, dann das jener Opa selbst erkrankte und seine Frau ihn im Krankenhaus einfach längere Zeit ließ, weil er zu belastend war. Die Mutter des Kindes zog dann klarere Grenzen im Umgang zu den Grosseltern und das Kind erholte sich schnell.

Mir ist damals bei der Begleitung vor ca. 6 Jahren sehr bewusst geworden, wie filigran und seismisch bewusstes Wissen und unbewusstes bzw. verdrängtes in Familien wirkt und damit förderlich oder weiterhin belastend.

Zwillingsstudien zeigen, dass Kinder diese Fähigkeit wahrscheinlich von ihren Eltern oder Großeltern geerbt haben. Ihre seelische und ihre körperliche Empfindsamkeit ist höher als bei anderen. In grauer Vorzeit waren sie diejenigen, die ihren Stamm früh vor Gefahr gewarnt haben. Heute wird aus der Gabe schnell ein Fluch.

Der oft pauschale Vorwurf, der hochbegabte/hochsensible Menschen seien „Weicheier oder Mimosen (mit Stacheln 😊, also wehrhaft, was viele vergessen) und werten diese Fähigkeiten negativ. Menschen, die so denken und sich so äußern, machen sich keine Gedanken sicherlich, warum es denn negativ sein sollte und nicht positiv, wenn ein Mensch sehr sensibel-feinfühlig, filigran-seismisch ist?! In früheren Zeiten war es noch anders, diese Fähigkeiten wurden normalen Bürgern nicht zugeschrieben, sondern nur Künstlern, Musikern, manche Könige – eben berühmten Menschen. So haben Grosseltern und auch manche Eltern nicht gelernt, Gefühle offen auszudrücken und sind „hart machend“ erzogen worden. Früher wurde dem Kind die Hochsensibilität wegtrainiert, nach dem Motto: Jetzt reiß‘ dich doch mal zusammen! Dadurch aber ist die Begabung fürs Leben verloren gegangen,“ heißt es in Sellins Buch „Wenn die Haut zu dünn ist“. Das hochsensible Kind passt sich an und verliert dadurch die Wahrnehmung seines Körpers, seiner Grenzen und Bedürfnisse. Die Folgen sind unter anderem Überforderung und mangelndes Selbstvertrauen.

Das Kind in Watte zu packen ist allerdings nicht für die richtige Lösung. „Denn auch dann kommt das Kind mit der Welt gar nicht mehr klar. Stattdessen sollte man die Wahrnehmung des Kindes respektieren, sich aber nicht davon beherrschen lassen. Man könnte zum Beispiel sagen: Ich respektiere, dass der Pullover dich kratzt, ich möchte aber trotzdem, dass du ihn anziehst, damit du nicht frierst.“

Doch wir leben heute und auch die jeweiligen  Großeltern oder eben auch Menschen, die bisher nicht (so) offen über Gefühle gesprochen haben bzw. nicht gelernt haben wirklich zu fühlen, können das lernen.

Ansonsten bleiben sie in einer alten Zeit stecken, was durch das alte Denken im Alltag ist – sie „verschlafen“ die Zeit und brauchen sich nicht zu wundern, wenn Kontakte und Kommunikation aufgrund ihres destruktiven Lern- und Lebensverhaltens abbrechen – das gilt für Lehrer, Eltern, Erzieher und alle Lebens- und Berufssituationen :

Neues lernen & integrieren für Familien und die Gesellschaft!

Abschließend 10 Tipps von Elaine Aron für Eltern:

„Hochsensible Eltern von hochsensiblen Kindern – was sollten Sie beachten?  (aus: Das hochsensible Kind, Seite 155-160):

1. Bleiben Sie unbefangen, vermeiden Sie eine Überidentifikation mit Ihrem Kind. Ihr Kind ist nicht Sie! Erkennen Sie die Unterschiede zwischen Ihnen und Ihrem Kind. Wo ähnelt es Ihrem Partner?

2. Vermeiden Sie überfürsorgliches Verhalten, ermöglichen Sie es Ihrem Kind, selbst neue Erfahrungen zu sammeln. Legen Sie Ihre Ängste nicht auf Ihr Kind und belasten Sie es nicht damit.

3. Ermöglichen Sie es Ihrem Kind Neues auszuprobieren, auch wenn Sie selbst kein Interesse daran haben. Es sollte allerdings altersgemäß und für Ihr Kind schaffbar sein, damit es nicht scheitert und sich als Versager fühlt. Das Versagensgefühl hängt aber auch stark von der Person ab, bei der Ihr Kind etwas lernt und dem Ihr Kind sich anvertraut.

4. Hat Ihr Kind Probleme, eigene Interessen zu entwickeln, dann bieten Sie ihm eine gewisse Auswahl an und helfen Sie ihm. Sagen Sie ihm, wie es für Sie war, etwas Neues zu beginnen und wie wichtig es ist, sich auf Neues einzulassen.

5. Wenn es Ihrem Kind schlecht geht, dann versuchen Sie eine übergeordnete Perspektive zu gewinnen, statt sich selbst vom Schmerz des Kindes überwältigen zu lassen. Das Leben ist nicht fair, wir alle müssen uns den Schwierigkeiten und Herausforderungen stellen und daraus lernen. Erzählen Sie dem Kind von Ihren eigenen Höhen und Tiefen und Ihren Kämpfen und  was Sie Gutes gelernt haben, das hilft am ehesten weiter. Wenn möglich, beten Sie für diese Situationen, beziehen Sie Gott mit ein.

6. Machen Sie sich für Ihr Kind stark und beschützen Sie es, wenn es einer schwierigen Situation ausgeliefert ist und allein nicht zurechtkommt, zum Beispiel gegenüber Lehrern oder unfairen Klassenkameraden. Geben Sie dem Kind das Gefühl, nicht ohne Hilfe dazustehen, aber vermeiden Sie den Eindruck, dass Hochsensible immer schüchtern und / oder arme Opfer sind.

7. Lehren Sie Ihr Kind, wie es für sich selbst eintreten kann. Je älter die Kinder werden, umso mehr müssen sie für sich selbst kämpfen. Dazu müssen Sie angemessene Grenzen setzen, damit das Kind sich nicht auf Ihren Fähigkeiten ausruht. Das stärkt nur ihre Minderwertigkeit und fördert eine Opferhaltung.

8. Kümmern Sie sich angemessen um Ihre eigenen Bedürfnisse. Ein überforderter und angespannter Elternteil wird kaum angemessen und ruhig auf sein Kind eingehen und ihm Sicherheit  vermitteln können. Beispiel: Sauerstoffmasken im Flugzeug nehmen zuerst die Eltern!

9. Steigern Sie Ihre eigene Selbstachtung. Malen Sie sich vor Augen, was Sie gut können. Welche Vorteile hat Ihre Hochsensibilität? Wenn Sie sich als Mensch zweiter Klasse fühlen, wird Ihr Kind dazu neigen, sich ebenso zu fühlen.

10. Alle Eltern machen Erziehungsfehler, niemand ist perfekt. Darum fühlen Sie sich nicht übertrieben schuldig, wenn in der Erziehung nicht alles gelingt und Sie Fehler machen. Geben Sie die Fehler zu, und entschuldigen Sie sich dafür. Aber entschuldigen Sie sich nicht dauernd dafür, wenn Sie Ihrem Kind etwas abverlangen, oder bedauern es für normale Herausforderungen. Vermitteln Sie ihm das Gefühl: Opfer gehören dazu, durch Herausforderungen wachsen wir und werden wir stark. Manche Opfer sind unvermeidlich.
Opfer und Verzicht tragen zur Persönlichkeitsbildung bei. Wer seine Kinder vor jeder Enttäuschung bewahrt, erzieht kleine Tyrannen und / oder lebensunfähige „Opfer“.
Warnung: Wenn Sie ständig Schuldgefühle den Kindern gegenüber haben, werden Sie emotional erpressbar. Kinder finden das schnell heraus und halten Sie dann ständig auf Trab, bis zur völligen Erschöpfung. Darum setzen Sie angemessene Grenzen zu Ihrem Schutz und lehren so Ihr Kind, die Grenzen anderer zu respektieren, ohne sich schuldig zu fühlen.“

Es gibt einige Elemente im Leben von normalen,  hochbegabten & hochsensiblen Kids sowie Erwachsenen, die sich auch in anderen normalen Beziehungen und Familien oder Partnerschaften wiederfinden – die Wirkung dieser Mechanismen ist hier nur um ein vielfaches offensichtlicher, intensiver oder feiner oder auch subtiler für Berater, Lehrer, Ärzte und Psychologen oder auch andere Familienmitglieder wahrzunehmen, gerade wenn sie selbst bei diesem Thema „einen blinden Fleck haben“. Sind schon Sensibilisierungen für das jeweilige Thema vorhanden, läuft vieles einfacher, klarer, empathisch gesund distanziert und somit Lösungsorientiert oder -offen.

Eine starke Gemeinschaft ist sensibel – für den Einzelnen genauso wie für sich selbst und andere – wertungsfrei!

Cornelia Rosina Wunder