Beziehungsberatung – Ehe

Ehe

Dann sprach Almitra abermals und sagte: „Und was ist mit der Ehe, Meister?“

Und er antwortete und sprach: Ihr seid zusammen in die Welt gekommen, und ihr werdet auf immer zusammen sein.
Ihr werdet zusammen sein, wenn weiße Schwingen des Todes eure Tage zunichtemachen.

Ja, ihr werdet selbst zusammen sein im stummen Gedenken Gottes. Haltet jedoch Räume frei in eurem Beisammensein
und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.

Liebt einander, aber die Liebe soll euch nicht in Fesseln legen: Lasst sie eher ein Meer sein, das zwischen den Ufern eurer Seelen wogt.
Füllt einander die Becher, aber trinkt nicht aus einem. Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.

Singt und tanzt zusammen und seid voll Freude, aber der eine lasse den anderen auch für sich,
so wie die Saiten einer Laute für sich sind und doch im Akkord erschallen.

Schenkt euch eure Herzen, aber gebt sie nicht in des anderen Obhut. denn nur die Hand des Lebens kann euer Herz halten.

Und steht zusammen, jedoch nicht zu nahe beieinander: denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
und Eiche und Zypresse wachsen nicht im Schatten des andern.

Autor: Kahlil Gibran © Bertram Kottmann

Im Prinzip beschreibt der Philosoph das gute Konzept einer Ehe oder eheähnlichen Beziehung oder Freundschaft.

Ein persönliches Mass an gesunder Nähe und Distanz; doch das gestaltes sich als Herausforderung – immer wieder. Auch deshalb weil jeder Mensch unterschiedliche Ängste hat, auch mit unterschiedlicher Gewichtung:

Das Riemann-Thomann-Modell der Angst und Persönlichkeiten:

Der „depressiven“ Angst & dem Wunsch nach Nähe und Gemeinschaft bzw. Team und Partnerschaft oder Familie – dem „Visionär“ mit seiner Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit steht die „schizoide“ Angst mit dem „Strategen“ gegenüber, mit dem Wunsch nach Distanz, einer Truppe oder einer losen Ansammlung von Menschen; er will selbständig sein und ist innovativ in fast allem.

Der „zwanghaften“ Angst mit der Aufforderung: „Alles muss so bleiben wie es ist“ steht mit dem „Revisor oder Pedant“ alles sachlich, systematisch zu machen steht die „Angst vor Stagnation mit der Aufforderung zu Wechselhaftem“ mit Kooperation und Risikofreudigkeit als „Teamplayer“ gegenüber.

Nun überlege mal, wenn der Anteil „depressiver Angst“ gross ist bei einem Partner und der andere eben mehr „schizoide Angst“ hat, dann gibt es einen riesen Spannungsbogen, das Thema: „Zusammensein, alleinsein, Nähe, Distanz“ von Akzeptanz bis Krieg. Letzteres mit allen Wunden der Vergangenheit, Kindheitserfahrung und -prägungen von Eifersucht, Neid, Zorn, Einsamkeit, Druck, Freiheits (auch mit Monogamiewerten) und Zwängen oder Beweisen. Allein das ist ein lebendiges Paar.

Nun kann eine weitere Angstform bei einem Menschen bestehen in Richtung „zwangvoller Angst“ oder „Wechsel-Angst“ (bloss keine Ruhe oder Stagnation); das wird ein Cocktail besonderer Art und Weise …

Ängste können in dieser einfachen Weise gesunde Wegweiser für das Leben sein und in diesem Sinn sind diese normalen Ängste noch keine Störungen oder Krankheitsbilder wie Panikstörungen, Depression, Schizoide Persönlichkeitsstörungen oder Schizophrenie, Borderline-Struktur, Histrionische Persönlichkeitsstörungen oder PTBS mit Anpassungsstörungen!

Wenn keiner in einer Beziehung die Ängste kennt, sie als Auffordernung zur Kommunikation ansieht, können im Laufe einer Beziehung gute oder schlechte Veränderung kommen, dann „knallt es“ verbal und es folgen Streitereien aus Kleinigkeiten und die werden „aufgebaut“ zu Wolkenkratzern, die keiner mehr abbauen kann. Die Liebe wird unter diesen Belastungen enorm belastet und evtl. verschüttet und ist ganz weg. Dann ist das Ende da!

Willst DU mehr wissen über die Muster, die Ängste, die dich und deine Beziehungen bestimmen?

Oder willst du deine Beziehungen anders gestalten, dann mache den ersten Coachingtermin mit mir aus!